Rekordfahrt mit einem Sonderzug nach Breslau am 16. Juli 2016!

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Pressemitteilung Nr. 71 vom 11. Juli 2016

Rekordfahrt mit einem Sonderzug nach Breslau am 16. Juli 2016!

Die SPD Berlin erinnert am 16. Juli 2016 mit einer Sonder-Schnellfahrt („Ferdinand Lassalle Express“) in die Kulturhauptstadt Breslau an den Handlungsbedarf zur Verbesserung des Bahnverkehrs Berlin – Breslau und stellt Lösungsmöglichkeiten vor.

Teilnehmen werden der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt und stellvertretende SPD- Landesvorsitzende Andreas Geisel, Berliner StaatssekretärInnen, Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin und des Verkehrs- und Kulturausschusses sowie Expertinnen und Experten der SPD für die Bereiche Mobilität, Stadtentwicklung und Zusammenarbeit mit Polen. Bei dieser Fahrt wird die SPD Berlin aufzeigen, wie der Bahnverkehr Berlin - Breslau stufenweise revitalisiert werden kann. Dafür setzen sich sowohl deutsche und polnische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten der Grenzregionen als auch im Europaparlament ein.

Anlass der Fahrt sind 25 Jahre Deutsch-Polnischer Staatsvertrag, 10 Jahre Oder-Partnerschaft und 170 Jahre Eisenbahn Berlin – Breslau.

Sonderzug nach Breslau
Samstag, 16. Juli 2016 , um 9.46 Uhr Abfahrt Bahnhof Lichtenberg

Bei Interesse an der Sonderzugfahrt bitten wir um eine verbindliche Anmeldung über berlin.presse@spd.de. Es entstehen keine Reisekosten. Das vollständige Programm gibt es hier. (PDF-Dokument, 90.6 KB)

Für fachliche Rückfragen steht Ihnen Jürgen Murach, stellvertretender Fachausschuss-Vorsitzender Mobilität/ AG Polen, zu Verfügung:  0172 18 19 314.

 

Zum Hintergrund:

Zum Fahrplanwechsel 2015 wurde mit der Einstellung des letzten Intercity-Zuges zwischen Berlin und Breslau ein Tiefpunkt im Eisenbahnverkehr erreicht. Auch wichtige Großstädte im Süden Polens wie Oppeln (Opole), Kattowitz (Katowice) und Krakau (Kraków) sind von Berlin nicht mehr mit der Bahn zu erreichen. Seitdem ist auch die mit umfangreichen EU-Mitteln auf 160 km/h modernisierte Strecke zwischen Kohlfurth (Węgliniec) nahe der polnischen Grenze und Breslau zur „Investitionsruine“ verkommen. Hier verkehren nur noch einzelne Regionalzüge.

Die Einstellung dieses Eisenbahnfernverkehrs ist nicht nur ein herber Rückschlag für die Zusammenarbeit der benachbarten Metropolen Berlin und Breslau, sondern auch für das Zusammenwachsen der europäischen Grenzregionen („Oder-Partnerschaft“) zu einem einheitlichen Arbeitsmarkt und Wirtschaftsraum. Für den Eisenbahnfernverkehr tragen dafür die Verkehrsminister (CSU und PiS) von Deutschland und Polen die politische Verantwortung.

Es ist der Initiative des Berliner Senators für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel und des brandenburgischen Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) zu verdanken, dass 2016 an den Wochenenden ein „Kulturzug“ in die Europäische Kulturhauptstadt Breslau fährt. Dieser Zug wird allein von den Ländern Berlin und Brandenburg finanziert, ohne Unterstützung der zuständigen Bundesregierung. Die Nachfrage ist überwältigend und macht deutlich, wie wichtig diese Verbindung zwischen Berlin und Breslau ist.

Vor 170 Jahren wurde die Bahnverbindung Berlin – Breslau eröffnet. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte sie sich zu einer der wichtigsten  Magistralen Europas und wurde als schnellste Verbindung von Berlin nach Wien (über Ratibor, Oderberg) und nach Lemberg (über Krakau) ausgebaut. Und vor 25 Jahren wurde der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag unterzeichnet, um die Beziehungen beider Länder auszubauen und zu festigen. Seit zehn Jahren gibt es die „Oder-Partnerschaft, in der sich die vier mit Polen benachbarten Bundesländer und die vier benachbarten polnischen Wojewodschaften und Metropolen zusammengeschlossen haben. Auch sie dient der Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich Verkehr, Wirtschaft und Tourismus.

Mit Unterstützung der Europäischen Union haben Berlin, Breslau und Niederschlesien im INTERREG Programm „Via Regia“ (PDF-Dokument, 813.1 KB) eine Konzeption für den zukünftigen Bahnverkehr entwickelt, die konsequent umgesetzt werden muss. Voraussetzung ist die Schließung einer 72 km langen Elektrifizierungslücke zwischen Cottbus und Horka und der Wiederaufbau des zweiten Gleises, das vor genau 50 Jahren durch Anordnung der Sowjetunion demontiert wurde.

Diese Bahnkonzeption sieht einen neuen Laufweg der Fernzüge über Horka und Węgliniec (Kohlfurt) vor. Die Strecke nach Breslau und Opole auf der polnischen Seite ist bereits für 160 km/h ausgebaut. Der SPD-Sonderzug wird diese moderne Strecke in Polen befahren. Wegen der Eingleisigkeit und trotz eines Umwegs über Görlitz wird eine erheblich kürzere Fahrzeit erreicht als beim letzten EC nach Breslau. D. h. der Sonderzug braucht nur 3 ¾ statt 5 Stunden. Nach Fertigstellung des Lückenschlusses wäre sogar eine Fahrzeit Berlin – Breslau von 2:55 Stunden unter Einbindung des neuen Flughafenbahnhofs „BER Willy Brandt“ möglich.