15-01-11-Dem Hass keine Chance – die offene Gesellschaft verteidigen. Gemeinsamer Aufruf der Berliner Parteien

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Dem Hass keine Chance – die offene Gesellschaft verteidigen. Gemeinsamer Aufruf der Berliner Parteien

Gemeinsam mit allen im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien ruft die Berliner SPD die Berlinerinnen und Berliner dazu auf, sich friedlich an den Gegenkundgebungen zum Aufmarsch der Pegida-Anhänger im Herzen unserer Stadt zu beteiligen.

"Gerade unter dem Eindruck der schrecklichen Terrorangriffe in unserer Partnerstadt Paris wollen wir Berlinerinnen und Berliner uns klar zu den Werten einer offenen und freien Gesellschaft bekennen. Weder Haß noch Intoleranz dürfen in Berlin und in unserem Land einen Platz haben. Es ist ein starkes Signal, dass alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien gemeinsam zeigen, dass die Demokratinnen und Demokraten in Berlin Seite an Seite stehen. Angesichts der Versuche von Pegida und AfD, den Schrecken und das Leid in Paris für die Propaganda von Rechtspopulisten einzuspannen, wollen wir ein klares Zeichen setzen: Die sind wenige, wir sind viele", so Jan Stöß, SPD-Landesvorsitzender.

Der Treffpunkt der SPD zu den Gegendemonstrationen: 12. Januar 2015, um 17.00 Uhr vor dem Bundeskanzleramt.


Der gemeinsame Aufruf im Wortlaut:

Dem Hass keine Chance – die offene Gesellschaft verteidigen
Berlin gegen alle Formen von Rassismus, Fundamentalismus und Gewalt


Die im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien, repräsentiert durch Jan Stöß(SPD), Kai Wegner (CDU), Bettina Jarasch (Grüne), Daniel Wesener(Grüne), Klaus Lederer (DIE LINKE) und Bruno Kramm (PIRATEN) erklären gemeinsam:

„Wir rufen gemeinsam die Berlinerinnen und Berliner dazu auf, am Montagabend friedlich gegen den Aufmarsch der Pegida-Anhänger zu protestieren und an den Gegenkundgebungen teilzunehmen. Nach den schrecklichen Terroranschlägen von Paris ist es umso wichtiger, ein sichtbares Zeichen gegen jede Form von Rassismus und Fremdenhass zu setzen und unsere offene Gesellschaft gegen ihre Feinde zu verteidigen.

Wir sind erschüttert über die Ereignisse in unserer Partnerstadt Paris und trauern um die Opfer. Der Angriff auf die Redaktion von Charlie Hebdo war zugleich ein Angriff auf unsere Demokratie und unsere Freiheit insgesamt. Umso zynischer ist es, wenn Rechtspopulisten und Neonazis jetzt versuchen, die schrecklichen Ereignisse von Paris für ihre eigene menschenverachtende Hasspropaganda zu missbrauchen. Die Rechnung von Pegida, AfD, NPD und anderen darf nicht aufgehen! Die Täter von Paris sind kaltblütige Mörder. Wer sie mit den Muslimen oder dem Islam gleichsetzt, betreibt das Geschäft der Terroristen. Wer ihren Hass auf unsere offene Gesellschaft mit Hass auf religiöse Minderheiten, Flüchtlinge oder Migrantinnen und Migranten beantwortet, bedient die Ziele der Fundamentalisten und stärkt die Feinde unserer Demokratie.

Diesem Hass dürfen wir keine Chance geben. Berlin steht zusammen – in Solidarität mit unseren französischen Nachbarn und gegen alle Formen von Rassismus, Fundamentalismus und Gewalt. Berlin bleibt eine vielfältige und offene Stadt, in der für Hass und Ausgrenzung, Rassisten, Rechtspopulisten und Neonazis kein Platz ist.

Berlin, den 11. Januar 2015

 

Datum: 11. Januar 2015
Thema: Dem Hass keine Chance – die offene Gesellschaft verteidigen. Gemeinsamer Aufruf der Berliner Parteien
Redaktion: Josephine Steffen