Stöß: „Kurt Neubauer war ein Urgestein unserer Berliner SPD“

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Stöß: „Kurt Neubauer war ein Urgestein unserer Berliner SPD“

Zum zweiten Mal in kürzester Zeit muss die Berliner SPD Abschied von einem herausragenden Sozialdemokraten nehmen. Kurt Neubauer ist am gestrigen Sonntag, dem 9. Dezember 2012, im Alter von 90 Jahren verstorben. Zum Tod des langjährigen Innensenators erklärt der Landesvorsitzende der Berliner SPD, Jan Stöß:

„Er war ein Urgestein unserer Berliner SPD. Direkt, aber herzlich, messerscharf analysierend und gleichwohl vermittelnd, nahm er solidarisch gegenüber Weggefährten wie Kritikern großen Einfluss auf die Politik und den Zusammenhalt der Berliner SPD. Kurt Neubauer war ein Politiker, der sich durch klare Überzeugungen und harte Arbeit den Respekt vieler Menschen erarbeitete. Als Kreisvorsitzender der SPD Friedrichshain, Bundestagsabgeordneter, späterer Senator und Bürgermeister hat Kurt Neubauer Berlin maßgeblich geprägt. Durchsetzungsstark bereitete er den Weg Willy Brandts in Berlin vor. Er stand an der Seite seines Weggefährten Klaus Schütz. In Berlin setzte er in den späten 60er und 70er Jahren eine erfolgreiche Polizeireform durch. Es schmerzt, nach Klaus Schütz heute erneut einen weiteren aufrechten Sozialdemokraten zu verlieren. In diesen schweren Stunden sind wir in Gedanken bei seiner Familie.“

Kurt Neubauer wurde am 30. September 1922 in Berlin geboren. Nach längerer Kriegsgefangenschaft nach Berlin-Friedrichshain zurückgekehrt, trat er der SPD bei und war als einer der Ost-Kreisvorsitzenden für Friedrichshain seit 1950 Mitglied im Landesvorstand. 1962 wurde er Stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner SPD. Von 1952 bis 1963 vertrat er Berlin als Bundestagabgeordneter in Bonn, eine historische Besonderheit, denn Neubauer wohnte im Osten Berlins. Von 1963 an gehörte er dem Berliner Senat an. Bis 1967 war er Senator für Jugend und Sport, von April bis Oktober 1967 Senator für Gesundheit und Soziales. Danach wurde er Bürgermeister und Senator für Inneres. Kurt Neubauer blieb bis 1976 Innensenator. Bis ins hohe Alter brachte er sich in die Arbeit und Politik der Berliner SPD ein und gründete die "Freitagsrunde".