12-08-24-Wieder rechte Gewalt gegen Nazi-Gegner in Neukölln

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Wieder rechte Gewalt gegen Nazi-Gegner in Neukölln

Wieder rechte Gewalt gegen Nazi-Gegner in Neukölln

Erneut wurde ein Mitglied der Neuköllner Falken von rechten Gewalttätern angegriffen und verletzt. Als der 17-jährige am Donnerstagabend in Britz einen Aufkleber mit rechten Parolen von einer Laterne entfernen wollte, wurde er gestoßen, als „linke Zecke“ beschimpft und mit Fäusten ins Gesicht geschlagen. Die Sozialistische Jugend Deutschland – Die Falken sind eine SPD nahe Kinder- und Jugend-Organisation.

Ein Zeuge rief sofort die Polizei, die noch versuchte, die Täter zu verfolgen, leider ohne Ergebnis. Der Verletzte erstattete sofort Anzeige und begab sich dann zur Behandlung in das Neuköllner Krankenhaus. Er erlitt nachweislich eine Gehirnerschütterung, Prellungen am ganzen Körper und seine Seh-Fähigkeit ist eingeschränkt.

Jan Stöß, Vorsitzender der SPD Berlin erklärte hierzu:
„Das ist jetzt der dritte rechtsextreme Anschlag innerhalb von wenigen Tagen. Wir machen uns sehr große Sorgen um unsere Genossinnen und Genossen. Jetzt wurde erneut ein Falke schwer verletzt. Wir dürfen das nicht länger zulassen. Ich sehe hier alle Verantwortlichen in der Pflicht, die Einrichtungen der aktiven Demokratiearbeit wehrhaft zu schützen.“

Im Jahr 2011 gab es nach massiven Drohungen aus der Neonazi-Szene zwei Brandanschläge auf die Falken-Einrichtung „Anton-Schmaus-Haus“ in Britz. Das Haus musste monatelang geschlossen und saniert werden.

Mirjam Blumenthal, Sprecherin der Falken Neukölln:
„Wir erwarten von der Politik, dass sie die Situation endlich ernst nimmt und eine langfristige Strategie entwickelt. Wir erwarten jetzt, dass engagierte Demokraten, wie die Neuköllner Falken, besser geschützt werden. Dazu gehört auch der Bau eines Sicherheitszauns um das Anton-Schmaus-Haus, für den uns immer noch die Gelder fehlen. Um den Nazis weiterhin selbstbewusst entgegenzutreten, brauchen wir auch diesen politischen und finanziellen Rückhalt.“

Fritz Felgentreu, SPD-Kreisvorsitzender von Neukölln und stellvertretender Landesvorsitzender:
„Auf die Gewalt der Rechtsextremismen muss die wehrhafte Demokratie mit Härte reagieren. Berlin braucht endlich eine wirkungsvolle Strategie gegen das gewaltbereite Nazimilieu. Der Verfolgungsdruck muss steigen. Die Opfer dürfen nicht allein gelassen werden. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Berliner Öffentlichkeit ihre Solidarität deutlich zeigt."