12 08 22 Geb. Inge Deutschkron

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Jan Stöß: Herzlichen Glückwunsch, Inge Deutschkron!

„Sie ist eine mutige Frau. Obwohl von deutschen Nationalsozialisten verfolgt, kehrte sie Deutschland nie den Rücken. Sie hakt nach, wo geschwiegen werden soll, berichtete über den Auschwitz-Prozess in Frankfurt und geht bis heute an Schulen, um aufzuklären, wachzurütteln und zu erinnern. Inge Deutschkron feiert ihren 90. Geburtstag. Ich gratuliere ihr, im Namen der ganzen Berliner SPD, herzlich und wünsche ihr vor allem viel Schaffenskraft und Gesundheit und uns, dass sie uns lange als kritische und kluge Genossin erhalten bleibt“, so Jan Stöß, Landesvorsitzender der Berliner SPD.

Inge Deutschkron kam am 23. August 1922 im brandenburgischen Finsterwalde als Tochter eines sozialdemokratischen Gymnasiallehrers zur Welt. Als Jüdin ist ihre Jugend geprägt von Diskriminierung und Antisemitismus. Vor der Deportation durch die Nationalsozialisten rettete sie ihre Arbeit in der Berliner Blindenwerkstatt von Otto Weidt; „Otto Weidt und einige Sozialdemokraten, die ihren Kopf für meine Mutter und mich riskierten“, wie sie selbst schreibt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs trat Deutschkron der SPD bei und blieb bis 1965 Mitglied. 1946 ging Inge Deutschkron nach England und studierte dort Fremdsprachen. Neun Jahre später kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete als Korrespondentin der israelischen Zeitung Maariv, u.a. berichtete sie über den Auschwitz- Prozess in Frankfurt. Die ständige Konfrontation mit ehemaligen hochrangigen Nazis in allen Ministerien, Ämtern und Verwaltungen in Bonn wurde ihr immer unerträglicher, so dass sie beschloss nach Israel auszuwandern. Erst während der Arbeit zur Theater-Adaption ihres autobiographischen Buches „Ich trug den gelben Stern“ kehrte sie nach Deutschland zurück. Heute lebt Inge Deutschkron in Berlin und ist seit dem 1. August 2009 wieder Mitglied der SPD.