2012-03-30 125 Geburtstag Louise Schroeder

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Pressemitteilung vom 30. März 2012

125 Geburtstag Louise Schroeder

Zum 125. Geburtstag der früheren Berliner Oberbürgermeisterin Louise Schroeder am 2. April erklärt der SPD-Landesvorsitzende Michael Müller:

„Nicht von ungefähr haben die Berlinerinnen und Berliner der amtierenden Oberbürgermeisterin der Jahre 1947 und 1948 den Namen ,Mutter Berlins’ verliehen. Louise Schroeder setzte sich mit all ihrer Kraft für die Freiheit der Stadt ein und kämpfte leidenschaftlich für die notleidenden Menschen im Nachkriegs-Berlin. Ihr zupackendes und selbstloses Wirken für die Stadt hat die Menschen ermutigt und die Berliner Sozialdemokratie nachhaltig geprägt. Die erste und bislang einzige Frau an der Spitze unserer Stadt verkörperte in idealer Weise die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.“

Am 2. April 1887 wurde Louise Schroeder als Kind einer Arbeiterfamilie in Altona geboren, früh begleitete sie ihren Vater auf SPD-Versammlungen, 1910 trat sie selbst ein. 1919 war sie eine der ersten weiblichen Abgeordneten in der Nationalversammlung, bis 1933 war sie Mitglied des Reichstags, engagiert vor allem in der Sozialpolitik. Sie wirkte u.a. an der Mitversicherung der Familie in der gesetzlichen Krankenversicherung mit.
Um in der Nazi-Zeit zu überleben, betrieb sie einen kleinen Brotladen in Hamburg, ging schließlich nach zunehmenden Schikanen nach Berlin. Nach dem Kriegsende, gesundheitlich schwer angeschlagen, nahm sie sofort die Arbeit für die SPD wieder auf und engagierte sich für die Wiederzulassung der Arbeiterwohlfahrt. Als stellvertretende Bürgermeisterin Berlins übernahm sie von Mai 1947 bis Dezember 1948 die Amtsgeschäfte, als Ernst Reuter von der sowjetischen Militäradministration an der Ausübung des Amts als Oberbürgermeister gehindert wurde.

Ernst Reuter übernahm 1948 die Amtsgeschäfte in den westlichen Sektoren der inzwischen geteilten Stadt, bis 1951 war Louise Schroeder seine Stellvertreterin. Seit 1949 gehörte sie auch dem Bundestag an. Am 4. Juni 1957 starb sie in Berlin. Als ein Trauerkorso ihren Leichnam anschließend über die Transitstrecke nach Hamburg brachte, trauerten Tausende am Straßenrand.

Pressemitteilung Nr. 14
Datum: 30. März 2012
Redaktion: Rüdiger Scholz