12-03-27 Schwusos Rechte von TransMenschen schützen

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Pressemitteilung vom 27. März 2012

Schwusos: Rechte von Trans*-Menschen schützen!


Der Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der Berliner SPD
(Schwusos) erklärt:
Das Gerichtsurteil des Berliner Kammergerichts im Fall „Alex“ und die drohende Einweisung des zwölfjährigen Trans*-Mädchens in die Psychiatrie der Berliner Charité ist ein Rückschlag für die Gleichstellung von Trans*-Menschen in Berlin.
Die Pathologisierung von Transsexualität als Persönlichkeitsstörung und die vom Gericht unterstellte Induzierung der Transsexualität durch die mütterliche Erziehung widerspricht in Gänze dem heutigen Stand der Wissenschaft. Die ohnehin schon schwierigen Lebenssituationen von jungen Trans*-Menschen werden durch ein derartiges Verhalten von Jugendamt und Justizbehörden zusätzlich erschwert.
Die AG Lesben und Schwule in der SPD Berlin fordert das zuständige Jugendamt auf, dem Mädchen sein Selbstbestimmungsrecht zuzugestehen und die unerträgliche Pathologisierung von Trans*-Menschen sofort zu beenden. Daher unterstützt die AG das Bündnis „Alex“ in seinem Anliegen und erklärt sich solidarisch mit der Mutter und ihrer Tochter in der Durchsetzung ihrer Rechte.
Weiterhin sieht die AG einen dringenden Aufarbeitungsbedarf des Umgangs mit Trans*-Menschen am Institut für Sexualwissenschaften und Sexualmedizin der Charité und fordert die Charité zum unverzüglichen Handeln auf. Wir fordern eine fachgerechte Beratung, am besten durch selbst Betroffene, da diese eher in der Lage sind, die Gefühlswelt von Trans*-Menschen nachzuvollziehen.
Die Bundesregierung muss darüber hinaus endlich ein geeignetes Konzept zur Überarbeitung des Transsexuellengesetzes vorlegen und darf dieses Thema nicht weiter unbearbeitet lassen.

 

Pressemitteilung Nr. 13
Datum: 30. März 2012
Redaktion: Rüdiger Scholz