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Pressemitteilung vom 5. Februar 2010

Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar

Jedes Jahr werden schätzungsweise drei Millionen Mädchen an ihren Genitalien beschnitten - das sind mehr als 8.000 Eingriffe pro Tag. Obwohl diese Praxis fast überall verboten wurde, ist sie in mindestens 26 Ländern Afrikas und im Jemen nach wie vor verbreitet. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit 100 bis 140 Millionen Frauen und Mädchen betroffen.

Beschnittene Mädchen und Frauen leiden ihr ganzes Leben lang an den körperlichen und seelischen Folgen ihrer Beschneidung. Der Eingriff selbst verursacht große Schmerzen, Schockzustände und starke Blutungen. Immer wieder sterben Mädchen an den Folgen. Häufig kommt es zu Infektionen, die chronische Entzündungen nach sich ziehen. Beschneidungen sind eine der Hauptursachen für die hohe Sterblichkeitsrate von Frauen bei der Geburt in den betroffenen Ländern.

Dr. Eva Högl, Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen der SPD Berlin, erklärt aus Anlass des Internationalen Tags gegen weibliche Genitalverstümmelung: „Die Beschneidung von Frauen und Mädchen ist ein Verstoß gegen Menschenrechte. Es gibt für solch eine verabscheuungswürdige Praxis weder eine religiöse noch ein kulturelle Berechtigung. Unser Ziel muss es sein, im Dialog mit der Bevölkerung der betroffenen Länder, ein vollständiges Verbot der Beschneidung von Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt durchzusetzen.“