09 10 09 Aufruf Nazis

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Pressemitteilung vom 9. Oktober 2009

Bunt, laut und friedlich

Berliner SPD ruft zur Demonstration gegen Nazi-Aufmarsch auf

Für den 10. Oktober 2009 rufen zahlreiche Organisationen aus Zivilgesellschaft und Politik zu Protesten gegen den bundesweit angekündigten Nazi-Aufmarsch auf dem Alexanderplatz auf. Unter dem Motto „Bunt, laut und friedlich“ stellen wir uns gemeinsam menschenverachtender und rassistischer Ideologie entgegen. 

Wir rufen alle Berlinerinnen und Berliner, alle Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten auf, dabei mitzuhelfen, dass Neonazis in dieser Stadt keinen Platz für ihre Proteste haben.

Aufruf und Treffpunkt der Gegenaktivitäten:
Zeit: 11.30 Uhr
Ort: Haus des Lehrers, Karl-Marx-Allee/ Alexanderplatz
 

Am Samstag, dem 10. Oktober, wollen Neonazis vom Alexanderplatz aus durch Berlin marschieren. Sie nehmen den Angriff auf die bei Rechtsextremen beliebte Kneipe "Zum Henker" in Treptow-Köpenick als Vorwand, sich als Vertreter von Recht und Ordnung darzustellen. Der ursprünglich für Samstag geplante Aufmarsch in Königs Wusterhausen für "ein nationales Jugendzentrum" wurde abgesagt. Jetzt mobilisieren die Neonazis bundesweit für einen Aufmarsch in Berlin. 

Dabei ist die Heuchelei der Neonazis offensichtlich: Sie stellen sich als Hüter von Recht und Ordnung dar - gleichzeitig werden auf rechtsextremen Internetportalen Menschen, die sich mit demokratischen und friedlichen Mitteln gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus engagieren, offen bedroht. Gleichzeitig greifen Neonazis Demokraten, die in Dresden gegen einen Nazi-Aufmarsch demonstriert haben, an. Gleichzeitig attackieren Rechtsextremisten eine Gewerkschaftsdemo in Dortmund. Gleichzeitig beleidigt und bedroht die NPD im Thüringer Wahlkampf den CDU-Kandidaten Schall. Allein im letzten Jahr wurden 14.000 rechtsextrem motivierte Straftaten angezeigt, davon über 1.300 in Berlin. Es ist also ihre Ideologie, die zu Gewalt gegen anders Aussehende, Lebende oder Liebende führt! 

Wir wollen die Menschen, die sich in Treptow-Köpenick, in Berlin und anderswo mit friedlichen und demokratischen Mitteln aber entschlossen gegen rechtsextreme Strukturen engagieren unterstützen und ihnen unsere Solidarität zeigen. Wir wollen dem geplanten Naziaufmarsch entgegentreten - bunt, laut und gewaltfrei. Ab 11.30 Uhr findet deshalb eine Kundgebung am Alexanderplatz statt, zu der wir alle Bürgerinnen und Bürger einladen.
Die aktuellsten Informationen unter:

www.amadeu-antonio-stiftung.de
www.mbr-berlin.de