Tempelhof: Entscheidung für bezahlbares Wohnen, Naherholung und Sport

Tempelhof: Entscheidung für bezahlbares Wohnen, Naherholung und Sport

Alles verboten
Die Initiative gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes hat in ihrem Gesetzentwurf zahlreiche Verbote festgeschrieben.
Im Zentralen Wiesenbereich, einer Fläche innerhalb des so genannten Taxiways, die größer als der Große Tiergarten ist, darf nach dem Gesetzentwurf kein einziger neuer schattenspendender Baum gepflanzt werden. Abgestorbene Bäume dürften nicht ersetzt werden. Verboten wären auch Parkbänke. Damit hätte das Gelände für ältere Besucherinnen und Besucher keine Attraktivität. Aber auch Familien würden im Sommer keinen Platz im Schatten finden. Verboten wären selbst Hinweisschilder. Sport- und Spielflächen innerhalb des Taxiways blieben ebenfalls verboten, auch das Aufstellen von Fußballtoren wäre nicht möglich. Die geplanten neuen Wege für Fußgänger dürften nicht angelegt werden, auch nicht der wichtige Radweg in Nord-Südrichtung.
Sitzgelegenheiten oder Abfallbehälter wären nur im äußeren Randbereich erlaubt. Hier dürften Wege beleuchtet werden und nur hier könnten auch in begrenztem Umfang Sportanlagen entstehen. Da allerdings auch hier „Erweiterungen der Gebäude, Bauwerke und baulichen Anlagen“ untersagt werden sollen, kämen öffentliche WC-Anlagen oder Duschen nur in Frage, wenn sie ohne eigens hierfür zu errichtende Gebäude funktionieren.
Nicht nur die vom Senat gemeinsam mit städtischen Wohnungsbaugesellschaften und einer Genossenschaft geplanten Wohnungen sollen verhindert werden. Auch der Bau von Kitaplätzen müsste unterbleiben. Und die notwendige Erweiterung des muslimischen Friedhofs am Columbiadamm wäre nicht mehr möglich.


Grün und bezahlbares Wohnen
Eine riesige Grünfläche sehen die Pläne des Senats im zentralen Bereich des ehemaligen Flughafens vor. 230 Hektar, 20 mehr als der Große Tiergarten hat, sollen der Erholung dienen, aber die Parklandschaft soll auch die Bedürfnisse älterer Besucherinnen und Besucher oder von Familien berücksichtigen. Deshalb sollen Bäume gepflanzt, Bänke aufgestellt und Ruhezonen geschaffen werden können - die Natur wird bei diesen Plänen respektiert. Neue Rad- und Fußwege verbessern als Nord-Süd-Verbindung die Anbindung in die umliegenden Kieze.
Im geplanten Quartier am Tempelhofer Damm wollen zwei städtische Wohnungsbaugesellschaften und eine Genossenschaft bis zu 1.700 Wohnungen errichten. Sie haben sich bereits im Vorfeld verpflichtet, mindestens die Hälfte der Wohnungen zwischen zu Preisen zwischen 6 und 8 Euro pro Quadratmeter anzubieten. Es soll zusätzlich dringend benötigtes studentisches Wohnen geben. Auf landeseigenen Grundstücken können diese Wohnungen preisgünstiger entstehen und gerade in der Innenstadt, wo städtische Unternehmen sonst wenig zur Entspannung der Wohnungsnachfrage sorgen können, für eine Entlastung sorgen. Weiterhin sollen Kitas und Bildungseinrichtungen und auf der Neuköllner Seite eine Schule und Sportflächen gebaut werden.

aus: Berliner Stimme 3/-2014 vom 22. Februar.