Jan Stöß im Interview: "Nein zu 1, Ja zu 2"

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Jan Stöß zum Tempelhof-Entscheid: "Nein zu 1, Ja zu 2"

Stadtblatt Seite 3 - Mai 2014
 

Berlin braucht Wohnungen - aber wo können die dringend nötigen Neubauten entstehen? Im Interview mit dem BERLINER STADTBLATT nimmt der Vorsitzende der Berliner SPD, Jan Stöß, Stellung zum Volksbegehren zum Tempelhofer Feld und der Kampagne zur Randbebauung des riesigen Areals mitten in der Innenstadt.

Herr Stöß, Ihre Partei wirbt überall in der Stadt mit „Wohnungen statt Stillstand“. Was meinen Sie eigentlich damit?

Uns es geht um das Tempelhofer Feld und darum, dass da eine Minderheit diese riesige Freifläche allein für sich beansprucht. Weil sie Kite-Surfen wollen und da sogar Bäume stören würden, die Schatten spenden können.

Bäume?

Ja. Käme das Volksbegehren so durch, wie es die Initiative will, dann könnte auf dem inneren Feld nichts verändert werden. Absoluter Stillstand. Wir könnten tatsächlich nicht einmal Baumgruppen pflanzen oder Bänke für die weniger sportlichen Besucher aufstellen.

Es wird behauptet, der SPD-geführte Senat wolle das ganze Areal bebauen?

Das ist Unsinn. Wir wollen lediglich am Rand des Feldes Wohnungen bauen und zwar vor allem mit unseren landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Es geht darum, preiswerten Wohnraum auch mitten in der Stadt zu schaffen. Berlin braucht dringend Wohnungsneubau - und Wohnungen, die bezahlbar sind.

Geht es nur um Wohnungen?

Nein, nicht nur. Da werden Kindergärten, Schulen, Radwege und vor allem auch Vereinssportplätzen entstehen. Aber, und das ist das Wichtigste: In der Mitte des Feldes bleibt eine Freifläche erhalten, die größer ist als der Tiergarten. Eine Freifläche für alle, für die Sportlichen, aber eben auch für Spaziergänger, für Familien, für Seniorinnen und Senioren.

Politiker sagen viel.

Moment mal. Das ist kein vages Versprechen. Im Gegenteil. Das Abgeordnetenhaus hat bereits mit der Mehrheit von SPD und CDU ein Gesetz vorgelegt, in dem genau das garantiert wird. Diese Variante 2 wird angenommen, wenn sie im Volksbegehren die Mehrheit bekommt.

Sie reden von dem Stimmzettel?

Genau. Zeitgleich mit der Europawahl rufen wir die Menschen am 25. Mai auf, für eine gute Zukunft dieser Stadt abzustimmen. Dafür, notwendige Veränderungen mit zu gestalten, statt sie einfach abzulehnen. Wir appellieren an alle, am 25. Mai zur Wahl zu gehen, für ein soziales Europa zu stimmen - also das Kreuz bei der SPD zu machen - und bei der Tempelhof-Abstimmung zum 2. Gesetzentwurf Ja zu sagen.

Man kann ja beiden Gesetzentwürfen zustimmen.

Ich finde, entweder - oder. Die beiden Entwürfe widersprechen sich ja: Entweder eine vernünftige Nutzung des Feldes an den Rändern - oder Stillstand. Deshalb: Nein zu 1, Ja zu 2.

das Interview im Berliner Stadtblatt (PDF der Seite 3) (PDF-Dokument, 877 KB)

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