„Aktionsbündnis Tempelhofer Feld für alle“ wirbt für Wohnraum und Freiraum

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„Aktionsbündnis Tempelhofer Feld für alle“ wirbt für Wohnraum und Freiraum

Screenshot tempelhof fuer alle
 

Ein breites Bündnis aus Sport- und Sozialverbänden, Kammern, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und anderen setzt sich gemeinsam für eine behutsame Entwicklung des Tempelhofer Feldes ein. Unter dem Motto "Freiraum, Wohnraum, Für alle" will das Bündnis, dem u.a. der DGB, die IHK Berlin, die AWO und das Diakonische Werk angehören, die Berlinerinnen und Berliner zur Stimmabgabe für den Entwurf des Abgeordnetenhauses motivieren. Teile des Tempelhofer Feldes sollen zukünftig für Wohnen, Arbeiten, Sport und Erholung von allen genutzt werden können, ohne dabei auf die Qualität des 230 Hektar großen Freiraums – größer als der Tiergarten - zu verzichten. Weitere Informationen unter: www.tempelhofer-feld-fuer-alle.de

 

So begründen die Verbände ihr Engagement im Aktionsbündnis:

Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB): „Berlin wächst! Allein im letzten Jahr um 50.000 Menschen. Diese Entwicklung ist Chance und Verpflichtung zugleich. Chance für mehr Wachstum und Beschäftigung und Verpflichtung dafür, eine zukunftsfähige Stadt mit attraktiven Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehören sowohl ausreichend Wohnungen und Arbeitsplätze als auch Erholungs- und Freizeitstätten. Deshalb ist die Entscheidung für die große Freifläche in der Mitte und eine Bebauung am Rand des Tempelhofer Feldes die richtige Entscheidung.“

Maren Kern, Vorstand des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.: „Nur durch mehr Neubau kann dafür gesorgt werden, dass Wohnen in Berlin auf Dauer für alle bezahlbar bleibt. Die Wohnungsunternehmen stellen sich hier ihrer Verantwortung. Das können sie allerdings nur dann, wenn für den Neubau auch zentrale Flächen wie an den Rändern des Tempelhofer Feldes zur Verfügung stehen.“

Axel Wunschel, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg e.V.: „Mit einer behutsamen Entwicklung der Ränder des Tempelhofer Feldes können wir einen stadtverträglichen und vielseitigen Übergang der angrenzenden Quartiere auf die beeindruckenden Freiflächen gestalten. Somit schaffen wir neue Angebote an Wohn-, Arbeits- und Lebensraum.“

Matthias Klussmann, Vorstandsvorsitzender des BFW Landesverband Berlin/Brandenburg e.V.: „Die notwendige Wohnraumschaffung in Berlin erfordert entweder die deutliche Verdichtung im Innenraum oder die Nutzung von Freiflächen am Stadtrand. Am Tempelhofer Feld besteht die einmalige Chance, mehr Wohnraum innerhalb des Berliner Rings an gut entwickelte Quartiere anzubinden und mit der riesigen Freifläche sogar die Lebensqualität in der Innenstadt zu erhöhen. Der Gesetzesantrag des Abgeordnetenhauses bildet die Grundlage dafür.“

Christian Kutzner, 1. Vorsitzender des Bürgerforums Berlin e.V.:
„Mit der baulichen Entwicklung der Ränder des Tempelhofer Feldes verbleiben immer noch mehr Freiflächen als im Tiergarten für Erholung, Freizeit und Sport. Und zwar gesetzlich geschützt und frei zugänglich. Für die Nutzung und Gestaltung sollte das Abgeordnetenhaus einen Bürgerbeirat einrichten.“

Christian Hoßbach, Stellvertretender Vorsitzender des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg: „Der Volksentscheid über das Verbot jeglicher Bebauung des Tempelhofes Feldes ist eine Sachfrage und muss deshalb inhaltlich diskutiert werden, nicht parteientaktisch. Der DGB hätte sich gewünscht, dass die Parteien im Abgeordnetenhaus sich auf einen gemeinsamen Formulierungsvorschlag geeinigt hätten. Dazu ist es leider nicht gekommen. An der inhaltlichen Frage ändert das natürlich nichts. Für den DGB bleibt entscheidend, dass die Stadt mehr bezahlbare Wohnungen braucht. In Berlin herrscht Wohnungsnot! Die Berlinerinnen und Berliner leiden unter stark steigenden Mieten. Wir brauchen aber auch neue Wohnungen für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Davon gibt es zu wenige in der Stadt. Um das Angebot zu vergrößern, brauchen wir Wohnungsneubau für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Das riesige Tempelhofer Feld sollte dafür genutzt werden. Das Feld gehört der Stadt und damit den Bürgerinnen und Bürgern, deshalb ist es richtig, seine Potentiale im Interesse der Gesellschaft zu entwickeln. Es ist unstrittig, dass der allergrößte Teil des Feldes frei bleiben muss. An den Rändern soll gebaut werden können, und zwar in erster Linie Wohnungen, mindestens zur Hälfte mit Mieten von sechs bis acht Euro. Das unterstützen wir.“

Reinhold Dellmann, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.: „Berlin hat Entwicklungspotenzial. Am Tempelhofer Feld wird dieser Entwicklung Raum geboten, ohne dass der Freiraum dabei zu kurz kommt. Die Ränder des Tempelhofer Felds sind eine ideale Möglichkeit, moderne und effiziente Wohnungen und Infrastruktur für das Berlin von morgen zu realisieren.“

Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin: „Am Tempelhofer Feld bietet sich die Möglichkeit, stadtverträgliches Gewerbe im Einklang mit Wohn- und Erholungsflächen zu etablieren – also Wohnen und Arbeiten in direkter Nachbarschaft. Ein Weg, mit dem das Berliner Handwerk seit Generationen gute Erfahrungen gemacht hat. Handwerksbetriebe wie Bäcker, Fleischer oder Schuhmacher im direkten Umfeld bedeuten höhere Lebensqualität. Das Handwerk ist und bleibt die Wirtschaftsmacht von Nebenan.“

Christian Wiesenhütter, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: „Berlin ist erfreulicherweise nicht nur bezogen auf die Bevölkerungszahl, sondern auch wirtschaftlich eine wachsende Stadt. Im Randbereich des Tempelhofer Feldes besteht die Möglichkeit, dieses Wachstum zukunftsfähig zu gestalten. „Nein“ sagen zu jedweder Entwicklung von Quartieren ist keine Lösung für Tempelhof und keine Lösung für Berlin.“

Frank Bielka, Interessengemeinschaft Tempelhofer Damm und degewo-Vorstandsmitglied: „Berlin braucht dringend bezahlbare Wohnungen in den innerstädtischen Lagen am Rande des Tempelhofer Feldes. Hier können sich die neu entstehenden Gebiete behutsam mit den umliegenden Quartieren entwickeln.“

Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes Berlin e.V.: „Das Tempelhofer Feld in seiner jetzigen Form bietet für eine Großstadt einzigartige Möglichkeiten sportlicher Betätigung. Durch eine Entscheidung für den Gesetzentwurf des Abgeordnetenhauses bleiben allen Sport- und Erholungssuchenden diese Möglichkeiten weiterhin erhalten und neue Sportanlagen können hinzukommen.“

Martin Matz, Vorsitzender der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Berlin: „Die Wohlfahrtsverbände spüren über ihre Sozialberatungsstellen und Schuldnerberatungen, wie angespannt der Wohnungsmarkt für Haushalte mit geringen bis durchschnittlichen Einkommen inzwischen ist. Mit der Stimmabgabe am 25. Mai entscheiden die Berlinerinnen und Berliner, ob dringend benötigter Wohnraum und die zugehörige soziale Infrastruktur wie Kitas eine Chance bekommen – in direkter Nachbarschaft zu einer für alle nutzbaren Erholungsfläche, die größer ist als der Berliner Tiergarten.“

Udo Marin, Geschäftsführer Verein Berliner Kaufleute und Industrieller: „Am 25. Mai geht es nicht um Flugdrachen oder Immobilienhaie. Es geht vielmehr um die Frage: Wollen wir Metropole sein – oder nicht? Klar ist: Wer den Status quo zementiert, wie es die Initiative „100% Tempelhof“ und die Opposition im Abgeordnetenhaus wollen, signalisiert fehlenden Gestaltungswillen. Oder andersherum: Zukunftsfähig ist nur, wer die Zukunft in seine Planungen einbezieht.“