Umwelt-, Natur- und Tierschutz ausbauen

BERLINprogramm 2011-2016 - Leitantrag für den Landesparteitag

Umwelt-, Natur- und Tierschutz ausbauen
Gerade in einer wirtschaftlich wachsenden Stadt kommt dem Umwelt- und Naturschutz bei der nachhaltigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen eine zentrale Rolle zu. Mehr als in vielen anderen Metropolen resultiert die Lebensqualität Berlins auch aus seiner Vielfalt und Vielzahl von Grün- und Wasserflächen im Stadtgebiet. Diese Freiräume mit ihren wichtigen ökologischen Funktionen, aber auch ihrer Naherholungsqualität wollen wir erhalten. Regionale Grünzüge wollen wir dabei – soweit dies möglich ist – auch unter Einbindung des Berliner Umlandes ökologisch vernetzen und biologische Vielfalt sichern.
Zielsetzung unserer Politik ist es, den „Flächenverbrauch“ zu reduzieren. Hierzu gehören v. a. die Vermeidung überdimensionierter Oberflächenversiegelung bei neuen Bauvorhaben sowie ein sukzessiver Rückbau versiegelter Flächen im Bestand. Durch die stärkere Versickerung von Niederschlägen und den Aufbau von Regenrückhaltesystemen in der Mischwasserkanalisation wollen wir die Wasserqualität von Havel und Spree weiter steigern. Ihre Zuflüsse – wie Panke, Wuhle oder Tegeler Fließ – wollen wir langfristig renaturieren.
Wir wollen die Anlage, Pflege und Erhaltung von Grün im Stadtgebiet ausweiten und dabei auch auf bürgerschaftliches Engagement zurückgreifen. Dazu gehören Maßnahmen der Hof-, Fassaden- und Dachbegrünung ebenso wie Ersatzpflanzungen für 10.000 verloren gegangene Straßenbäume. Wo immer dies möglich ist, werden wir – ergänzend zur öffentlichen Grünflächenpflege – die Identifikation mit städtischem Grün durch private Pflegepatenschaften erhöhen und dies durch Beratungsangebote und städtische Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.
Wir werden die Umweltbildung im Schulunterricht ausbauen und ihr einen festen Platz geben. Hierzu wollen wir mit den bestehenden Umweltbildungseinrichtungen ebenso wie mit den anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbänden zusammenarbeiten. Bei der Essensversorgung in unseren Schulen werden wir verstärkt darauf hinwirken, dass Produkte aus der regionalen Landwirtschaft zum Einsatz kommen und der Anteil von Erzeugnissen des ökologischen Anbaus schrittweise steigt. Die SPD setzt sich für die Verwirklichung eines effektiven Tierschutzes ein, der dem leidensfähigen Mitgeschöpf Tier gemäß Grundgesetzartikel 20 a und der Berliner Landesverfassung gerecht wird. Die SPD wird den Kampf gegen Tierversuche auch in der nächsten Wahlperiode fortsetzen. Wir unterstützen die Forderung nach mehr Hundeauslaufgebieten; wo geeignete Flächen vorhanden sind, sollen die Bezirke Auslaufgebiete schaffen. Die SPD unterstützt die Forderung nach einem Zirkus ohne Wildtiere.
Grundsätzlich sind wir überzeugt, dass das Leben in der Metropole und der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen keinen Widerspruch darstellen. Gerade in den letzten beiden Jahrzehnten hat sich in Berlin mehr und mehr eine ökologisch verträgliche Lebensweise durchgesetzt. Mit unserer ambitionierten Zielsetzung, Berlin bis 2050 zu einer nahezu CO2-freien Metropole weiterzuentwickeln, setzen wir weiter auf das Engagement der ganzen Bürgerschaft. Ein Meilenstein auf dem Weg dorthin kann eine Internationale Bauausstellung (IBA) 2020 bilden, die mit einem CO2-neutralen Stadtquartier eine Pilotfunktion für Berlin und andere Metropolen einnimmt.