Bildung bleibt Mittelpunkt

BERLINprogramm 2011-2016 - Leitantrag für den Landesparteitag

Bildung bleibt Mittelpunkt
Für die SPD Berlin hat Bildung weiterhin eine hohe Priorität. Denn nur durch Bildung können Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe realisiert werden. Mit den gebührenfreien letzten drei Kitajahren, den Schulreformen und dem gebührenfreien Studium haben wir schon wesentliche Eckpunkte gesetzt, deren Ergebnisse sich erst in der nächsten Legislaturperiode voll entfalten werden.
Wir werden weiter daran arbeiten, dass alle Schulen in einem baulich guten Zustand sind. Investitionen, Mittel der baulichen Unterhaltung und das Schul- und Sportanlagensanierungsprogramm werden zu diesem Zweck weiterhin zielgenau eingesetzt. Dabei wird die energetische Sanierung ein Schwerpunkt sein, auch nachhaltig Betriebskosteneinsparungen zu erreichen.
Schule der Chancengleichheit
Die SPD steht für Chancengleichheit im Bildungssystem. Im Berliner Schulsystem wollen wir die herkunftsbedingten Ungleichheiten abbauen. Durch das mit der Einführung der Integrierten Sekundarschule verbundene längere gemeinsame Lernen wird es mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem geben, weil die Sekundarschulen die Voraussetzung dafür bieten, alle jungen Menschen nach ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten optimal zu fördern.
Durch die Einführung der Sekundarschule und der Gemeinschaftsschulen haben wir erreicht, dass alle jungen Menschen die Chancen auf ein Abitur erhalten. Individueller Lernerfolg und sozialer Zusammenhalt gehen bei uns Hand in Hand. Durch moderne Schulen, die mit Kitas, Jugendämtern, Sportvereinen, Musikschulen oder Stadtteilinitiativen kooperieren, fördern wir die Integration im Kiez. Berlin ist schon jetzt Vorreiterin bei der Ganztagsbetreuung, alle Integrierten Sekundarschulen sind Ganztagsschulen.
Die SPD plädiert daher für einen Berliner Schulfrieden: Mit dem zweigliedrigen Schulsystem aus Sekundarschulen und Gymnasien haben wir endlich eine Schulstruktur, in der alle Kinder besser gefördert werden und jeden Schulabschluss erreichen können. Die Gemeinschaftsschulen bilden ein zusätzliches Angebot für gemeinsamen Unterricht ab der ersten Klasse. Eltern, Kinder und Lehrkräfte haben nun einen Anspruch darauf, dass Reformen sich entwickeln und wirken. Kein System verträgt neue Strukturreformen in jeder Legislaturperiode.
Daher werden wir in der kommenden Legislaturperiode keine neue Schulstrukturreform durchführen. Wir werden aber weiter in die Qualität der Bildungseinrichtungen investieren und wo nötig zusätzliche Lehrkräfte einstellen. Auf die Qualität der Sprachförderung werden wir ein besonderes Augenmerk richten.

Spitzenplatz bei Ganztagsschulen weiter ausbauen
Die SPD will das sehr gute Angebot an Ganztagsschulen weiter ausbauen und ein verlässliches Ganztagsangebot für alle Schülerinnen und Schüler schaffen. Nachdem bereits alle Grundschulen und Sekundarschulen Ganztagsschulen sind und in jedem Bezirk ein Ganztagsgymnasium eingerichtet ist, wollen wir in der nächsten Legislaturperiode den flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen fortsetzen. Ganztagsschulen sollen stärker mit freien Trägern der Jugendhilfe und mit Sportvereinen kooperieren, um die Bildungsprogramme für die Kinder zu verbessern. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten ein attraktives und mit Zuschüssen realisiertes Essensangebot. Auch für die Kinder der fünften und sechsten Klassen werden, wenn von den Eltern gewünscht, Hortplätze zur Verfügung stehen.

Schulsozialarbeit und Schulpsychologie werden gestärkt

Wir stärken die Schulsozialarbeit durch ein „Programm Soziale Schule“. Wir wollen an allen Schulen – mit einem Anteil von mehr als zwei Dritteln von der Zuzahlung zu den Lernmitteln befreiter Eltern – Sozialpädagoginnen und -pädagogen einsetzen. Das Konzept zur inklusiven Schule soll schrittweise umgesetzt werden.
Die SPD will in allen Schulformen die praktische Bildung und das duale Lernen stärker einbinden. Wir werden die Kooperation mit den Unternehmen und Betrieben vertiefen, um noch mehr lernförderliche Praktika anbieten zu können. Zudem wollen wir junge Frauen weiterhin ermutigen, auch in technische Ausbildungsgänge zu gehen.
Unsere Oberstufenzentren sind in Berlin Kompetenzzentren: Wir werden sie weiter stärken!
Medienkompetenz und kulturelle Bildung und die damit einhergehende Entwicklung sozialer und kreativer Kompetenzen sollen an den Schulen stärkeres Gewicht erhalten. Dabei erlernen Kinder und Jugendliche einen verantwortungsvollen Umgang miteinander und setzen sich kritisch mit unterschiedlichen medialen Angeboten auseinander.

Den Lehrerberuf stärken

Die Berliner Lehrerinnen und Lehrer sind der Rückhalt unseres Schulsystems. Dort, wo motivierte und tatkräftige Lehrkräfte arbeiten und lehren, sind die Kinder in der Schule gut aufgehoben.
Die SPD wird sich dafür einsetzen, für mehr Qualität an den Schulen die Lehrerbildung zu reformieren. Wir wollen der Vereinheitlichung der Schulstruktur Rechnung tragen und den Praxisbezug vertiefen. Zudem wollen wir verpflichtende Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer einführen. Auch Fortbildungsangebote müssen sich noch stärker an den Bedürfnissen der Schulen ausrichten. Jede Schule erhält ein eigenes Fortbildungsbudget.
Fortbildungsangebote zur Individualisierung von Unterricht werden wir qualitativ und quantitativ ausbauen, auch um die Voraussetzungen für einen inklusiven Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderungen zu schaffen, wie es die UN-Konvention über die Rechte Behinderter vorsieht.

Kinder, Jugendliche und Familien unterstützen
Die SPD will Berlin als Stadt der Kinder und Familien weiterentwickeln: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist uns ein zentrales Anliegen. Wir verbessern die gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin und unterstützen die Berliner Wirtschaft dabei, Familienfreundlichkeit als Unternehmensfaktor zu realisieren. Alleinerziehende sowie heterosexuelle und gleichgeschlechtliche Paare mit einem oder mehreren Kindern können sich unseres Engagements jederzeit sicher sein.