Bundestagswahl: Trends, Prognosen, Ergebnisse

Archiv der Berliner SPD
 

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Bundestagswahl: Trends, Prognosen, Ergebnisse

Im neuen Deutschen Bundestag stellt die Berliner SPD fünf Abgeordnete statt bislang acht.  Direkt  gewählt wurden Eva Högl (Mitte) und Petra Merkel (Charlottenburg-Wilmersdorf). Über die Landesliste ziehen ein: Wolfgang Thierse (Platz 1), Swen Schulz (Platz 3) und Mechthild Rawert (Platz 4). Bei den gültigen Erststimmen erhielt die SPD berlinweit 24,3 Prozent, die CDU kam auf 26,3 Prozent, die Linkspartei auf 20,7 Prozent.

 

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bundestagswahl in Berlin erreichte die CDU bei den Zweitstimmen 22,8 Prozent (2005: 22,0), die SPD (2005: 34,3) kam ebenso wie die Linkspartei  (2005: 16,4) auf 20,2 Prozent. Die Grünen erhielten 17,4 Prozent (2005: 13,7) und auf die FDP entfielen 11,5 Prozent (2005: 8,2). Die erstmals bei der Bundestagswahl angetretene Piratenpartei schaffte 3,4 Prozent. Das beste Zweitstimmenergebnis errang die SPD mit 23,7 Prozent in Spandau, das schlechteste erreichte sie mit 16,5 Prozent in Marzahn-Hellersdorf. In den beiden Stadthälften wurde die SPD jeweils zweitstäkste Partei. In den westlichen Bezirken lag sie hinter der CDU (27,0 Prozent) bei 21,6 Prozent, in den östlichen Bezirken kam sie hinter der Linkspartei (33,8) auf 18,1 Prozent.

 

In absoluten Stimmen erhielt die SPD bei den Zweitstimmen in Berlin nur noch 347.751 gegenüber 637.674 im Jahre 2005. Die Berliner CDU verlor rund 15.000 Stimmen (2009: 393.114 Stimmen, 2005: 408.715). Demgegenüber konnte die FDP ihr Ergebnis um fast 50.000 Stimmen steigern (2009: 198.222 Stimmen, 2005: 152.157). Einen ähnlichen Zugewinn kann die FDP auch bei den Erststimmen verbuchen. Die Linkspartei steigerte sich um rund 45.000 Stimmen auf 348.327 Stimmen. Ähnlich hoch fiel der Zugewinn bei den Grünen aus, die auf 299.401 Stimmen kamen.

 

Die Wahlbeteiligung in Berlin ist von 77,4 Prozent auf 70,9 Prozent zurückgegangen, sie liegt damit knapp üder dem Bundesdurchschnitt (70,8).

 

Nach ersten Analysen hat sich - bezogen auf alle Bundesländer - rund ein Drittel der Wählerinnen und Wähler erst kurzfristig am Wahlwochenende für eine Partei entschieden, den höchsten Anteil dabei haben die Grünen, gefolgt von der SPD. Rund dreißig Prozent der Wählerinnen und Wähler blieben ihrer Partei aus dem Jahre 2005 treu, 70 Prozent entschieden sich für eine andere Partei. Mehr als zwei Millionen Wählerinnen und Wähler verlor die SPD bundesweit an das Nichtwählerlager.

 

 

Ergebnisse der Berliner Direktwahlkreise beim Landeswahlleiter

Ergebnisse der Zweitstimmen in Berlin

 

 

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Ab 18 Uhr haben wir hier Trends, Prognosen und Ergebnisse aus Berlin zusammengestellt, die laufend aktualisiert wurden. Die Chronologie der Meldungen findem Sie hier.

00.45 Uhr. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bundestagswahl in Berlin erreichte die CDU 22,8 Prozent (2005: 22,0), die SPD (2005: 34,3) kam ebenso wie die Linkspartei  (2005: 16,4) auf 20,2 Prozent. Die Grünen erhielten 17,4 Prozent (2005: 13,7) und auf die FDP entfielen 11,5 Prozent (2005: 8,2). Die erstmals bei der Bundestagswahl angetretene Piratenpartei schaffte 3,4 Prozent. Das beste Zweitstimmenergebnis errang die SPD mit 23,7 Prozent in Spandau, das schlechteste erreichte sie mit 16,5 Prozent in Marzahn-Hellersdorf. In den beiden Stadthälften wurde die SPD jeweils zweitstäkste Partei. In den westlichen Bezirken erhielt sie hinter der CDU (27,0 Prozent) 21,6 Prozent, in den östlichen Bezirken kam sie hinter der Linkspartei (33,8) auf 18,1 Prozent. Nur noch zwei der zwölf Wahlkreise konnte die SPD direkt gewinnen: mit Petra Merkel in Charlottenburg-Wilmersdorf und Eva Högl in Mitte.

 

ZDF-Hochrechnung (24.00 Uhr) Bundestag

 

  2009 2005  
CDU/CSU  33,8 35,2  
SPD  23,1 34,2  
FDP  14,5 9,8  
Linkspartei  12,5 8,7  
Grüne  10,1 8,1  
Sonstige 6,0    

 

23.45 Uhr. In Potsdam kann nach der letzten ZDF-Hochrechnung die SPD mit Matthias Platzeck mit einem leichten Zugewinn rechnen. Sie käme danach auf 32,8 Prozent, die Linke erreicht 27,7 Prozent, die CDU 19,9 Prozent, die FDP 7,1, die Grünen kommen auf 5,2 Prozent.

 

23.30 Uhr. Nach dem aktuellen Stand der Auszählung der Zweitstimmen liegt die SPD in Berlin mit 20,3 Prozent an zweiter Stelle hinter der CDU mit 22,8 Prozent. Die Linkspartei kommt auf 22,2 Prozent, die Grünen auf 17,4 Prozent.

 

22.50 Uhr Die SPD-Direktkandidatinnen Petra Merkel in Charlottenburg-Wilmersdorf und Eva Högl in Mitte liegen in ihren Wahlkreisen vorn. In Pankow liegt bei 95 Prozent ausgezählter Stimmen die Linkspartei vorn.

 

21.16 Uhr Bei den Erststimmen liegt Eva Högl für die SPD beim Auszählungsstand von 81,7 Prozent mit 26,2 Prozent vor CDU (22,00), Grünen (21,3) und Linkspartei (19,3). In den Wahlkreisen Reinickendorf (Auszählungsstand 50 Prozent) und Steglitz-Zehlendorf (78 Prozent ausgezählt) liegen die CDU-Kandidaten deutlich vorn. In Tempelhof-Schöneberg führt die CDU bei den Erststimmen vor den Grünen. In Friedrichshain-Kreuzberg führen die Grünen mit weitem Abstand vor Linkspartei und SPD. In Treptow-Köpenick,  Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg liegt die Linkspartei mit jeweils deutlich über 40 Prozent weit vorn.

 

21.05 Uhr. Nach dem Auszählungsstand von knapp 80 Prozent in Berlin bleibt die SPD mit 20,2 Prozent auf Platz 3 hinter CDU (22,7) und Linkspartei (20,5). Die Ergebnisse der SPD in den östlichen und westlichen Bezirken liegen von allen Parteien am dichtesten beieinander.

 

21.00 Uhr. Statement der Juso-Bundesvorsitzenden Franziska Drohsel: "Wir sind mit einem guten Programm in den Wahlkampf gestartet. Doch wir haben damit die Leute nicht überzeugen können. Das  Glaubwürdigkeitsproblem der SPD ist massiver als bisher angenommen.
Unausweichlich ist es jetzt, dass eine radikale Erneuerung stattfindet. Wir brauchen eine schonungslose Analyse, wie dieses schlechte Ergebnis passieren konnte. Und wir brauchen mit Blick auf den Parteitag im November einen Prozess der Erneuerung in inhaltlicher und strategischer Hinsicht. Schon als Oppositionspartei müssen wir uns neu aufstellen. Zu einem Erneuerungsprozess gehört aber auch, dass damit personelle Konsequenzen verbunden sind. Hier müssen wir einen offenen und demokratischen Prozess einfordern. Ein „Weiter so” darf es einfach nicht geben."

20.45 Uhr. Nach dem Auszählungsstand von 70 Prozent kommt die SPD in Berlin auf 20,3 Prozent, die CDU auf 22,8, die Linkspartei auf 20,6, die Grünen auf 17,0 Prozent, die FDP auff 11,4 Prozent und die sonstigen auf 7,9 Prozent. Bei den Zweitstimmen ist es der SPD nicht gelungen, in einem Bezirk die meisten Stimmen auf sich zu vereinen. In Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte liegen bei diesem Auszählungsstand die Grünen vorn, die CDU führt in den westlichen Bezirken, die Linkspartei in den östlichen.

 

20.20 Uhr: Berliner Auszählungsstand bei den Zweitstimmen bei 13 Prozent.


SPD: 20,3 - CDU: 22,6 - Linkspartei: 21,0 - Grüne: 16,4 - FDP: 11,5    - sonstige: 8,2
Berlin Ost    Auszählungsstand: 13,4 - SPD:17,8 - CDU:17,1 -   Linkspartei:34,8 - Grüne: 13,0 - FDP: 7,5 - sonstige: 9,8
Berlin West    Auszählungsstand: 12,7 - SPD:22,0 - CDU:26,5 -   Linkspartei:11,7 - Grüne: 18,8 - FDP:14,1 - sonstige: 6,9

 

20.20 Uhr. Dies sei ein "bitterer Tag für die SPD", sagte Frank-Walter Steinmeier in der Sendung "Berliner Runde". "Eines können wir sehen: Es ist nicht gelungen, alle unsere Wählerinne und Wähler an die Wahlurne zu bringen." Viele, die Sympathisantinnen und Sympathisanten sind oder waren, hätten nicht die SPD gewählt, sie gelte es zurückzugewinnen, sagte Steinmeier. Er bleibe ein überzeugter Vertreter des Prinzips der Volkspartei, so Steinmeier. Darauf beruhe ein Teil der Stabilität der Bundesrepublik. Ein Blick auf die Nachbarländer zeige, dass das Prinzip der Klientelpartei nicht zum Erfolg führe.

 

20.11 Uhr. In Brandenburg erreicht die SPD nach einer neuen Hochrechnung nahezu ihr bisheriges Ergebnis und kommt auf 31,7 Prozent (2005: 31,9 Prozent). Die Linkspartei käme danach auf 27,7 Prozent, die CDU auf 20,6 Prozent. Grüne (5,3) und FDP (7,3) schaffen wieder den Einzug in den Landtag, die DVU fliegt mit 1,2 Prozent aus dem Landtag.

 

20.00 Uhr: Laut ZDF-Wahlanalyse verliert die SPD überdurchschnittlich bei jüngeren Wählern (von 34 auf 17 Prozent). ARD: Die SPD hat ihre Wähler nicht mobilisieren können: Rund zwei Millionen frühere SPD-Wählerinnen und Wähler blieben zu Hause.

 

19.40 Uhr. Der Berliner Parlamentspräsident Walter Momper hat die Strukturen der Großen Koalition für das schlechte Abschneiden der SPD verantwortlich gemacht. "In einer Großen Koalition wird die Nummer 2 immer schlecht wegkommen." (RBB-Abenschau)

19.30 Uhr. Björn Böhning, SPD-Bundestagskandidat in Friedrichshain-Kreuzberg: "Die SPD braucht jetzt einen strukturellen Erneuerungsprozess." (via Twitter)

 

Hochrechnung (19.30 Uhr) Berlin
Auszählungsstand: 12 Prozent 

 

  2009 2005  
CDU 22,6 +0,6  22,0
SPD 20,3 -14,0  34,3
FDP 11,5 +3,3  8,2
Linkspartei 21,0 +4,6 16,4
Grüne 16,4 +2,7 13,7
Sonstige 8,2  +2,8 5,4

 

19.15 Uhr. Die SPD müsse jetzt analysieren, was sie falsch gemacht habe, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. "Lag es daran, dass wir in der Großen Koalition immer Kompromisse machen mussten?" In der Opposition müsse die SPD ein klares Profil zeigen und die Zukunftsthemen anpacken: den demographischen Wandel, die Schaffung von Arbeitsplätzen. "Soziale Gerechtigkeit müssen wir durchdeklinieren."

19.13 Uhr. Nach der ersten Hochrechnung des RBB liegt die SPD bei der Brandenburger Landtagswahl mit 31,3 Prozent vor der Linkspartei mit 27,9 Prozent, die CDU kommt auf 21,3 Prozent. FDP (7,9 Prozent) und Grüne (5,5 Prozent) schaffen den Einzug in den Landtag, die rechtsradikale DVU fliegt raus.

18.50 Uhr. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat eine kraftvolle Oppositionsarbeit der SPD im Bundestag angekündigt. "Jeder Versuch, das Land zu spalten, wird an den Sozialdemokraten scheitern", sagte er. Er erinnerte an das Wort von Willy Brandt, dass jede Zeit ihre Antworten brauche. Er zeigte sich überzeugt: "Die SPD wird sich auch wieder nach vorne kämpfen." Die Sozialdemokratie in Deutschland werde gebraucht.

 

 

ARD-Hochrechnung (20.00 Uhr) Bundestag

 

  2009 2005  
CDU/CSU  33,9 35,2  
SPD  23,1 34,2  
FDP  14,5 9,8  
Linkspartei  12,1 8,7  
Grüne  10,5 8,1  
Sonstige  5,9    

 

ZDF-Hochrechnung (20.00 Uhr) Bundestag

 

  2009 2005  
CDU/CSU  33,8 35,2  
SPD  23,0 34,2  
FDP  14,7 9,8  
Linkspartei  12,5 8,7  
Grüne  10,0 8,1  
Sonstige 6,0    

 

 

 

18.45 Uhr. "Das Ergebnis ist ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie, nach einem Wahlkampf, den wir mit großen Engagement geführt haben", sagte Frank-Walter Steinmeier. Er werde aus der Verantwortung nicht fliehen und seinen Beitrag dazu leisten, dass die SPD zu alter Stärke zurückfinde, auch als Oppositionsführer im Deutschen Bundestag, sagte er unter dem Beifall der  SPD-Anhänger im Willy-Brandt-Haus. Auf die Sozialdemokraten komme eine neue Rolle zu, sie werde in der Opposition darauf achten, dass die Lehren aus der Krise gezogen werden, dass es keinen Rückmarsch in die neunziger Jahre geben werde. Die SPD habe in ihrer elfjährigen Regierungsarbeit dazu beigetragen, dass Deutschland stärker, toleranter und weltoffener geworden sei.

18.15 Uhr. "Die SPD wird ihr soziales Profil stärken", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit in einer ersten Stellungnahme. "Ich glaube, dass wir die Zeit haben, uns inhaltlich neu aufzustellen", so Wowereit. Die SPD habe es bei dieser Wahl schwer gehabt, weil es keine Wechselstimmung gegeben habe, aber auch, weil sie keine Machtoption für die Kanzlerschaft gehabt habe."Die SPD wird einen Erneuerungs- und Verjüngungsprozess machen müssen", so Wowereit. Die Verantwortung für die Niederlage trage die Partei gemeinsam.

18.05 Uhr. Auf Bundesebene kann schwarz-gelb nach den Prognosen mit einer knappen Mehrheit rechnen.

Bei der Landtagswahl in Brandenburg ist die SPD laut RBB-Prognose von 18.00 Uhr führende Kraft geblieben. Die Sozialdemokraten können nach der Vorhersage von Infratest dimap mit 31,5 Prozent der Stimmen rechnen.

Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg schätzt die Wahlbeteiligung in Berlin auf 70 Prozent.

 

16.00 Uhr. Die Wahlbeteiligung um 16.00 Uhr lag in Berlin bei 56,1 Prozent und damit 9,0 Prozentpunkte niedriger als 2005.Die höchste Wahlbeteiligung wurde um 16.00 Uhr aus dem Wahlkreis 80 Steglitz-Zehlendorf gemeldet (62,9 Prozent), die niedrigste aus dem Wahlkreis 86 Marzahn-Hellersdorf mit 51,0 Prozent. (Landeswahlleiter)

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ARD-Prognose (18.00 Uhr)

 

  2009 2005  
CDU/CSU  33,5 35,2  
SPD  22,5 34,2  
FDP  15,0 9,8  
Linkspartei  12,5 8,7  
Grüne  10,5 8,1  
Sonstige      

 

ZDF-Prognose (18.00 Uhr)

 

  2009 2005  
CDU/CSU  33,5 35,2  
SPD  23,5 34,2  
FDP  14,5 9,8  
Linkspartei  13,0 8,7  
Grüne  10,0 8,1  
Sonstige