Biografie

Ein echtes Berliner Kind

 
Ich bin ein echtes Berliner Kind. Am 01.10.1953 bin ich im Bezirk Tempelhof geboren. Ich wuchs ohne Vater mit vier Geschwistern auf. Als Jüngster musste ich früh lernen, mich zu behaupten. Obwohl meine Mutter aus einfachen Verhältnissen kam und wir bescheiden lebten, konnte ich als erster aus meiner Familie aufs Gymnasium gehen und danach studieren. Das war nur möglich, weil die sozialdemokratische Bildungspolitik unter Willy Brandt auch Kindern aus ärmeren Elternhäusern diese Chance bot und weil die ganze Familie zusammenhielt. Mein älterer Bruder, der berufstätig war, hat mich eine Zeit lang im Studium finanziell unterstützt. Nebenbei musste ich, wie viele andere, jobben.
 

Faszination Politik

Schon als Schüler hatte ich mich den Jungsozialisten angeschlossen und war in die SPD eingetreten. Zu ihr fühlte ich mich als politisch wacher junger Mensch hingezogen. Eine andere Partei kam für mich gar nicht in Frage. Willy Brandt war für mich eine Leitfigur. Wie er als Außenminister und dann als Bundeskanzler die Entspannungs- und Ostpolitik vorantrieb und wie er den Reformstau auflöste, das hat mich fasziniert und mitgerissen.
 

Aktiv in der Jugend

 
Aktiv war ich in der Schülervertretung, und ich arbeitete an der Entwicklung eines Schulreformprojekts mit. Das waren Themen, die mich interessierten. Abitur machte ich 1973 an der Ulrich-von-Hutten-Oberschule. Ich war kein glänzender, aber ein ganz guter Schüler. Meine Abiturarbeit im Fach Sozialwissenschaften war ein Vergleich der Verfassungen der Weimarer Republik, der DDR und der Bundesrepublik. Vielleicht hat sich mit dieser Themenmischung schon mein späterer Berufsweg als Jurist und Politiker abgezeichnet.
 

Als Jurist in der Politik

Vor dem Studium gab es für mich nur eine Alternative: Rechts- oder Politikwissenschaften. Ich entschied mich für Jura und hatte vor, Richter zu werden. Während des Studiums engagierte ich mich bei den Jusos und in meiner Partei. Die Arbeit bei der SPD machte mir von Anfang an Spaß. Ich wollte politisch etwas bewegen und verändern, auch wenn das nicht immer einfach war. Meine zweite juristische Staatsprüfung legte ich 1981 ab, danach arbeitete ich beim Senator für Inneres in Berlin.
 

Jüngster Stadtrat in Berlin

1984 wurde ich Bezirksstadtrat für Volksbildung und Kultur in Tempelhof. Mit 30 Jahren war ich damit der jüngste Stadtrat in ganz Berlin. Mit diesem Amt hatte ich die Politik zu meinem Beruf gemacht und mich entschlossen, Verantwortung zu übernehmen. In der Zeit als Stadtrat habe ich die öffentliche Verwaltung in Berlin von innen kennen gelernt. Täglich hatte ich die Probleme aus dem Schul- und Kulturbereich auf meinem Schreibtisch. Die Erfahrungen aus der Kommunalpolitik waren für meine späteren Tätigkeiten grundlegend und sind für mich bis heute maßgeblich.
 

Zeit für Veränderung

 

Nach elf Jahren in dieser Funktion war es Zeit für eine berufliche Veränderung. Ich entschloss mich, für das Abgeordnetenhaus zu kandidieren. Nach der Wahl wollte ich mich in neue Themenbereiche einarbeiten und ging in den Hauptausschuss, dessen stellvertretender Vorsitzender ich wurde. Dort sammelte ich mein Fachwissen über die Finanzlage unserer Stadt, die ich bis in jedes Detail kenne. Daneben galt mein Interesse immer der Kultur- und der Sozialpolitik. Wenn ich von einer "sozialen Stadt" spreche, meine ich damit friedliches und tolerantes Zusammenleben.


Fraktionsvorsitz und Regierungsbildung
Nach meinen ersten vier Jahren im Abgeordnetenhaus wurde ich im Dezember 1999 zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt. Im Zuge des Bruchs der Großen Koalition und meiner nachfolgenden Wahl zum Regierenden Bürgermeister einer rot-grünen Minderheitsregierung gab ich dieses Amt im Juni 2001 ab. Bei der vorgezogenen Neuwahl im Oktober trat ich dann als Spitzenkandidat für die Berliner SPD an. Meine Partei wurde stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus und die daraufhin gebildete Koalition von SPD und PDS wählte mich am 17. Januar 2002 zum Regierenden Bürgermeister.


Regierender Bürgermeister
Am 21. Februar 2002 hielt ich meine erste Regierungserklärung vor dem Abgeordnetenhaus: „Mit Mut für Berlin – wir werden es schaffen“. Das ist nach wie vor mein Motto. Gerade in einer so großen und pulsierenden Stadt wie Berlin ist es wichtig, nie den Mut zu verlieren. Im gleichen Jahr wurde ich turnusmäßig zum Bundesratspräsidenten gewählt. In meiner zweiten Regierungserklärung befasste ich mich am 16. Januar 2003 mit dem „Öffentlichen Dienst und den Tarifverhandlungen im Land Berlin“. Am 1. Mai 2004 konnten wir einen auch für Berlin historischen Tag miterleben, die EU-Erweiterung, die ich mit meiner dritten Regierungserklärung begleitete.

 

Kurzbiografie

Geboren/Geburtsort:

* 1. 10. 1953 Berlin
Familie: ledig

 

wichtige Stationen:

Abitur 1973. Studium FU Berlin
1979 1. jur. Staatsprüfung
1981 2. jur. Staatsprüfung.
1981/84 Regierungsrat z. A. beim Senator für Inneres.
1984/95 Bezirksstadtrat Tempelhof.
1979/84 Bezirksverordneter
1981/84 Fraktionsvorsitzender der SPD BVV Tempelhof.
Seit 1995 Mitglied des Abgeordnetenhauses;
bis 1999 Stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion.
Dezember 1999 - Juni 2001 Vorsitzender der SPD-Fraktion
Seit 16. Juni 2001 Regierender Bürgermeister von Berlin (wiedergewählt 2002 und 2006)
Seit  November 2009 stellvertretender SPD-Vorsitzender

 

Mitgliedschaften u.a.:
Seit 1972 Mitglied der SPD, AWO, ver.di; Förderverein Bruno-H.-Bürgel Schule e. V., Förderverein der Freunde der Ulrich-von-Hutten-Schule e.V.; Europäische Akademie

 

Wahlkreis: Charlottenburg-Wilmersdorf/ Wahlkreis: 5