Wowereit: Die Erinnerung an die stillen Helden muss bewahrt werden -Gedenkstätte Stille Helden eröffnet

Wowereit: Die Erinnerung an die stillen Helden muss bewahrt werden -Gedenkstätte Stille Helden eröffnet

Klaus Wowereit
 

Seit heute, Dienstag, dem 28. Oktober 2008 gibt es in der Rosenthaler Straße im Bezirk Mitte die Gedenkstätte Stille Helden. Bei der Festveranstaltung am Montag im Roten Rathaus würdigte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit jene Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgten Juden beistanden und ihnen auf vielfältige Art und Weise halfen.

Wowereit: „Mit der Eröffnung der bislang einzigen Gedenkstätte dieser Art in ganz Europa erhält das Gedenken an die stillen Helden nun einen großen Rahmen. Verglichen mit der großen Zahl derjenigen, die die Verbrechen der Nationalsozialisten geschehen ließen oder sich gar daran beteiligten, gehörten diese stillen Helden zwar nur zu einer winzigen Minderheit. Doch es sind diese Wenigen, die uns bis heute Orientierung bieten.“

Ein stiller Held, an den die Ausstellung erinnert ist der Metallarbeiter Wilhelm Daene. Als Sozialdemokrat und Gewerkschafter wurde er nach 1933 mehrfach von der Gestapo verhaftet. Nach Kriegsbeginn arbeitete er in einem «kriegswichtigen Betrieb», in Berlin-Wittenau. Dort war er für die jüdischen Zwangsarbeiterinnen im Betrieb verantwortlich und setzte sich für sie ein. So besorgte er kranken jüdischen Zwangsarbeiterinnen Übernachtungsmöglichkeiten im Betrieb, um sie vor der Deportation zu schützen. 1942 erwirkte Daene für zahlreiche Zwangsarbeiterinnen den Aufschub der Deportation, indem er sie für die Erfüllung des Produktionssolls reklamierte. Als die Deportationen nicht mehr zu verhindern waren, versteckte Daene zusammen mit seiner Ehefrau Margarete drei von der Deportation bedrohte jüdische Frauen. Kurz vor seiner eigenen Verhaftung organisierte er noch Ausweichquartiere für die drei versteckten Frauen. Wilhelm Daene überlebte die Haft und wurde für seinen selbstlosen Einsatz unter anderem in Yad Vashem geehrt.

Klaus Wowereit erinnerte am Montag daran, dass das Gedenken an diese stillen Helden ein Aufruf an alle Menschen ist, Angriffe auf die Würde des Menschen niemals zuzulassen. Wowereit ergänzte, dass jede einzelne in der Ausstellung dokumentierte Geschichte ein Aufruf dazu ist, „auch in unserem Alltag Zivilcourage zu zeigen und besonnen einzuschreiten, wenn irgendwo Unrecht geschieht. Dieses Erbe sollten wir bewahren und an die nachfolgenden Generationen weitergeben.“

Die Gedenkstätte Stille Helden ist in der Rosenthaler Straße 39, täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Homepage www.gedenkstaette-stille-helden.de befindet sich im Aufbau.