Parteitag vom 9. April 2005 - Überblick

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Parteitag vom 9. April 2005 - Überblick

Landesparteitag 2005-04-09 Podium
 

Eine gerechtere Verteilung der Bildungschancen, mehr Förderung für Schulen in sozialen Brennpunkten, das sind einige der Punkte im bildungspolitischen Leitantrag, den der SPD-Landesparteitag am 9. April mit großer Mehrheit beschlossen hat. Die Berliner SPD sprach sich mit klarer Mehrheit dafür aus, dass der freiwillige Religionsunterricht an den Berliner Schulen erhalten bleibt und von einem Werteunterricht für alle Schüler ergänzt wird. Bildungspolitische Vision ist eine gemeinsame Schule für alle Kinder bis zur 10. Klasse, wie sie in den erfolgreichen PISA-Ländern heute bereits praktiziert wird. Eltern, Lehrer und Schüler sollen für diese Idee gewonnen werden. 
In einer engagierten Rede  wies der SPD-Landesvorsitzende Michael Müller auf die Erfolge in der Bildungspolitik hin "Was wir 2001 bildungspolitisch versprochen haben, haben wir auch gehalten. Das alles haben Sozialdemokraten in dieser Stadt durchgesetzt, mit einem sozialdemokratischen Bildungssenator, mit Klaus Böger an der Spitze. Und darauf können wir stolz sein!"
Auch Bildungssenator Klaus Böger machte in seiner Rede die Erfolge in der Bildungspolitik deutlich Mit dem neuen Berliner Schulgesetz seien 2004 wichtige Weichenstellungen erfolgt, jetzt müsste den Reformen auch die notwendige Zeit gegeben werden. Klaus Böger: "Noch nie waren wir mit unseren Reformen an der Berliner Schule so weit wie heute."
Klaus Wowereit rief in seiner mit großem Beifall aufgenommenen Rede dazu auf, Rechtsradikalismus entgegenzutreten und den 8. Mai als Tag der Befreiung würdig zu begehen. Scharfe Kritik übte er in diesem Zusammenhang an Äußerungen aus der Berliner CDU: "Wir diskutieren hier über Werteunterricht. Ich habe manchmal den Eindruck, das ist nicht nur eine Frage für junge Menschen in den Schulen, sondern leider mittlerweile auch für führende Mitglieder der CDU."  Wowereit setzte sich engagiert für einen Werteunterricht an den Berliner Schulen ein, an dem alle Kinder gemeinsam teilnehmen. Dies sei eine Reaktion auf erkannte Defizite. Der Werteunterricht richte sich nicht gegen die Kirchen, er sei vielmehr auch für sie  eine neue Chance. Auch an der Finanzierung des -  in Berlin traditionell freiwilligen  - Religionsunterrichts ändere sich nichts.
In einer einstimmig verabschiedeten Resolution hat der Landesparteitag der Berliner SPD beschlossen, den Aufruf zum 8. Mai "Ein Tag für die Demokratie" zu unterstützen. Am 7. und 8. Mai soll mit zahlreichen Veranstaltungen an den 60. Jahrestag der Befreiung von der Nazi-Diktatur erinnert werden.

Im   Video: Klaus Wowereit zum Werteunterricht (RealMedia)