Rede von Prof. Dr. Detlev Ganten

Archiv: Landesparteitage

Parteitag am 26. November 2005

Rede von Prof. Dr. Detlev Ganten

Prof. Dr. Detlev Ganten, Vorstandsvorsitzender der Charité, hat auf dem SPD-Landesparteitag am 26. November 2005 in Adlershof in seiner Rede "Die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft am Beispiel der Lebenswissenschaften" vorgestellt. Ganten warnte davor, das Potential der Stadt zu wenig zu nutzen. In der Wissenschaft sieht er das Fundament für eine blühende Wirtschaftsregion. "Berlin ist in die richtige Richtung aufgebrochen. Der Senatsbeschluss vom 7. Dezember 2004 und der Bericht der Enquete-Kommission „Eine Zukunft für Berlin“ haben zu einem „Masterplan Gesundheitswirtschaft“ geführt, der die Entwicklungsmöglichkeiten für die Jahre 2005 bis 2015 systematisch aufzeigt", so Ganten.



Prof. Dr. Detlev Ganten
Aus Verantwortung für Berlin: Die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft am Beispiel der Lebenswissenschaften
- es gilt das gesprochene Wort -

Ihrer Bitte, hier in Adlershof zu sprechen zu dem Thema: „Die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft am Beispiel der Lebenswissenschaften“, bin ich aus vielen Gründen besonders gerne gefolgt, von denen ich zwei nenne:

1.) „Aus Liebe zu Berlin“, die erklärt vielleicht die Leidensfähigkeit, aber Liebe hat ja auch etwas mit Verantwortung zu tun und 2.) weil in der Charité, für die ich Verantwortung trage, Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft untrennbar mit ihrem Erfolg verbunden sind. Diese Verknüpfung heißt ja nichts anderes als die wirtschaftliche Grundlage zu legen für das, was wir „Wissensgesellschaft“ nennen. „Wissen zu Geld und Geld zu Wissen“ ist das verkürzte Motto.

Auf diesem Gebiet gibt es in Berlin viel zu tun. Wir dürfen uns nicht selbst täuschen. Wir müssen zwar sparen und in manchen Bereichen bescheidener werden. Wir dürfen unser Potential aber auch nicht kaputt sparen. Im Vergleich mit anderen Regionen fallen wir zurück. Das zeigt eindeutig eine Studie, in der die Metropolen Europas verglichen werden.

Das Wachstum der Erwerbstätigen insgesamt (Arbeitsplätze) steigt in vielen europäischen Metropolen im zweistelligen Bereich: Dublin 37,5%, Helsinki 25,9%, Amsterdam 23,2%, nur in Warschau -0,6%, Berlin -3,6% und Budapest -10,3% sind die Arbeitsplätze rückläufig.

Beim prozentualen Anteil der Erwerbstätigen in wissensintensiven Industrien liegen München (12,9%). Mailand (11,1%), Köln (10,3%), Budapest (6,9%), Helsinki (6,8%), Dublin (6,4%), Kopenhagen (6,1%) deutlich vor Berlin (5,9%).

Es gibt also viel zu tun. Tourismus ist sicher wichtig aber der Wettbewerb der Metropolen spielt sich mittelfristig und langfristig besonders in einem Bereich ab: in der Verknüpfung von Wissenschaft und Forschung mit der Wirtschaft. Hier werden die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze der Zukunft generiert.

Dazu einige Gedanken und Anregungen in 11 Punkten.


1. Warum die „Lebenswissenschaften“ als Leitthema

Viele Menschen spüren, dass wir eine grundsätzliche Erneuerung unserer Gesellschaft brauchen. Es besteht jedoch eine Orientierungslosigkeit bezüglich langfristiger individueller und gesellschaftlicher Ziele.

Eine rein wirtschaftliche Betrachtung der Reformen ohne überzeugende Inhalte und definierte Zukunftsstrukturen kann nicht tragfähig sein.

Es besteht allgemeine Übereinstimmung, dass unsere Zukunft in allen Bereichen zunehmend und immer schneller von der Wissenschaft bestimmt wird. Dieser Weg in die neue Wissensgesellschaft darf aber nicht alleine technologisch und wirtschaftlich begründet werden, sondern er muss human gestaltet werden und persönlich positiv erlebbar sein.

Dem großen Bereich der Lebenswissenschaften und der biomedizinischen Forschung kommt in dieser Hinsicht eine besondere Bedeutung zu.

Wie auf keinem anderen Gebiet kann die Wissenschaft hier als positive Kraft der gesellschaftlichen Entwicklung neue Orientierungen geben. Es gibt nur wenige Forschungs-gebiete, die so umfassend, aktuell und für jeden einzelnen Menschen erlebbar und persönlich bedeutsam sind. Die Lebenswissenschaften (Life Sciences) umfassen den großen interdisziplinären Komplex der gesamten Forschung über die Gesundheit und Krankheit des Menschen sowohl im naturwissenschaftlichen aber auch im psychoso-matischen und ganzheitlichen Sinn.

Eine Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen von der klinischen Medizin und Grundlagenforschung, Physiologie, Biologie, Chemie, Pharmakologie, Medizintechnik aber auch Physik, Nanotechnologie, Mikrosystemtechnik, Informatik bis hin zur Vorsorge, Versorgungs-forschung und Ökonomie sowie der Bioethik, Philosophie und Theologie sind ganz oder teilweise an diesem Forschungsfeld beteiligt.

Unser Bild vom Menschen, ja, unser Selbstverständnis wird maßgeblich von dieser Forschung beeinflusst. Die Lösungen, die Lebenswissenschaftler z.B. für den demographischen Wandel finden, werden Folgen haben dafür, was wir künftig als “gute“, als im Aristotelischen Sinn „gelungenes Leben“ ansehen. Die Lebenswissenschaften sind aus diesem Grunde mehr als jeder andere Forschungsbereich ein Leitthema für die humane Wissensgesellschaft. Die Berliner Wissenschaft und damit auch die Charité will und muss an dieser Entwicklung über Berlin hinaus maßgeblich mitwirken.

Eine Stadt wie Berlin braucht mehr als nur einen „Masterplan für die Gesundheitsregion Berlin“ oder aber ein politisches Programm, um die Wirtschaft der Region anzukurbeln. Wir brauchen eine geistige, inhaltliche Grundposition und ein ideelles Fundament auf dem wir bauen können, das langfristiger und unerschütterlicher ist als Jahresbilanzen, Aktienkurse, Parteiprogramme oder eingängige Thesen, um die Bevölkerung hinter sich zu bringen.

Somit möchte ich mich spezifisch Berlin zuwenden.


2. Berlin: Tradition und Zukunft

Hugenotten, Juden, Christen und Gläubige anderer Überzeugungen als ihre Herrscher, kamen in das liberale Preußen.

Freiheit war die Voraussetzung für die Entwicklung der Wissenschaft, Wirtschaft, Prosperität und Kultur. Liberalität war auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Insbesondere die große Zeit Berlins in den ca. 60 Jahren von 1871 bis 1933 war beispielhaft geprägt durch die Förderung der Wissenschaft und deren Anwendung in Technologie und Wirtschaft. Dieses ist noch lebendig durch die großen Namen und die zum Teil noch heute existierenden Firmen.

Hermann von Helmholtz, der große Mediziner und Physiker, und Werner von Siemens haben den Grundstock gelegt für die Elektrik- und Elektronikbranche.

Mit der Gründung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wurden erstmals systematisch wissenschaftliche Standards und wirtschaftliche Normen zu Markt kontrollierenden Mechanismen verbunden.

Die Nutzung des Mikroskops führte zur Zellularpathologie von Rudolf Virchow und einer in Berlin und um Berlin herum blühenden Optikindustrie, die lange Zeit Weltmarkt beherrschend war. Die großen Medizinforscher und Chemiker Robert Koch, Emil von Behring, Paul Ehrlich, Emil Fischer und viele andere haben den Grundstock für die deutsche chemische und pharmazeutische Industrie gelegt. Allerdings ist auch deutlich, dass der Zeitabstand in der Erforschung neuer Erkenntnisse bis zur industriellen Anwendung nicht vorhersehbar ist und auch nicht geplant werden kann. Die großen Physiker Max Planck, Albert Einstein, Otto Hahn, Max von Laue, Karl Haber haben Grundlagen gelegt für technische und wirtschaftliche Anwendungen, die noch heute nachwirken.

Die Frage nach dem Nutzen der Wissenschaft als Zuwendungsbereich öffentlicher Gelder für die Wirtschaft muss mit der Gegenfrage beantwortet werden:

Nennen Sie mir eine blühende Wirtschaftsregion auf dieser Welt, die ihre Fundamente nicht in exzellenter Wissenschaft hat.

3. Berlin wie es leibt und lebt:

Wir schmücken uns mit insgesamt 17 Hochschulen, rund 135.000 Studierenden, 70 Forschungsinstituten, zahlreichen privaten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen.
Mit der Zusammenlegung der medizinischen Fakultäten der Freien Universität und der Humboldt Universität ist mit der „Charité – Universitätsmedizin Berlin“ die größte medizinische Fakultät mit 15.000 Mitarbeitern und einem Etat von ca. 1 Mrd. entstanden.
Alle großen Forschungsgemeinschaften von der Helmholtzgemeinschaft über Max-Planck- und die Fraunhofer Gesellschaft bis hin zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz sind in Berlin mit einer Vielzahl von Zentren aber auch Vertretungen ihrer Hauptverwaltungen präsent. Ressortforschungseinrichtungen der Bundesministerien, wie die Bundesanstalt für Materialforschung und die Physikalisch Technische Bundesanstalt sowie das Robert-Koch-Institut sind in Berlin ansässig. Im Bereich Wissenschaft und Forschung sind in der Hauptstadt rund 85.000 Menschen beschäftigt.


4. Berlin-Brandenburg: Wer verknüpft wen, wie und wann?

Wenn Berlin zu wenig oder kein eigenes Geld hat, um ausreichend strukturelle Wirtschaftspolitik aktiv zu betreiben, dann muss es alles tun, um Investoren und privates Kapital in die Stadt zu holen. Ich sage „alles“ und ich meine „alles“.

Das heißt, Berlin braucht dringend ein wirtschaftsfreundliches Klima. Investoren und Unternehmen dürfen nicht länger störende Bittsteller sein, sondern müssen willkommene Partner werden. Das klingt selbstverständlich, ist aber leider nicht die Realität.

Positive Einzelfälle bestätigen nur das Grundproblem der immer noch zersplitterten Bezirks- und Landeszuständigkeiten und fachlichen Kompetenz. Das kann sich Berlin schon lange nicht mehr leisten. Privates Kapital heißt nicht unbedingt Privatisierung. Kreative Lösungen sind gefragt.

Die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft ist zukünftig ohne öffentlich private Partnerschaften in den unterschiedlichsten Formen nicht mehr denkbar.

Innere Widerstände und ideologische Ressentiments müssen durch die Erkenntnis der Notwendigkeit und durch das Beispiel erfolgreicher Vorbilder abgebaut werden.

Der Leitantrag zu den wirtschaftspolitischen Zielen der Berliner SPD geht dabei in die richtige Richtung. Ich habe mich gefreut zu lesen, dass Sie Reibungsverluste beim Technologietransfer beseitigen, eine Verwaltungsreform hin zu mehr Serviceorientierung einleiten und die Eigenkapitalbasis von Start-ups und anderen KMU stärken wollen.

Nur zu, möchte ich Sie ermuntern. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass Wissenschaft und Wirtschaft einander unterhaken mit klaren und eindeutigen Spielregeln.


5. Schnittstelle Gesundheit und Wirtschaft

Wenn wir die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen wollen, dann müssen wir uns um das Thema Gesundheit kümmern. Über 4 Mio. Arbeitsplätze im deutschen Gesundheitswesen stehen z. B. etwa 800.000 Arbeitsplätze in der häufig als entscheidend betrachteten Automobilindustrie gegenüber. Auf keinem anderen Gebiet verbindet Wissenschaft so direkt Wirtschaftskraft und Leistungsqualität.

Häufig wird kritisiert, dass für die Gesundheit viel Geld ausgegeben wird. Werden dagegen viele Autos gekauft oder steigt der Konsum der Bevölkerung in anderen Sektoren, wird dieses als boomende Wirtschaft interpretiert. Hier brauchen wir dringend einen Bewusstseinswandel.

Gesundheitsversorgung kostet, natürlich, aber: Gesundheitsausgaben generieren besonders und viel mehr: Wirtschaftskraft, und dies sehr direkt, sehr lokal.

Allein in Berlin entspricht das Gesamtvolumen von 17 Mrd. Euro, die für Gesundheit ausgegeben werden, mehr als 10% der Wirtschaftsleistung. Der Gesundheitsmarkt ist der größte einzelne Wirtschaftsmarkt unserer Gesellschaft, mit deutlich steigender Tendenz. Bis zum Jahre 2020 wird ein Wachstum um bis zu 70% prognostiziert von jetzt ca. 260 Mrd. auf dann über 400 Mrd. € in der Bundesrepublik Deutschland.

Dass dieses Wachstum forschungsgetrieben ist, verdeutlicht vielleicht das folgende Beispiel: Die moderne Medizin hat seit langer Zeit verstanden, dass sie weg muss von einer kurativen Behandlung und sich hin entwickeln muss zur gesundheitlichen Vorbeugung und Prävention. Gerade die moderne Entwicklung in der Genomanalyse und die Möglichkeit, genetische Dispositionen für bestimmte Erkrankungen frühzeitig zu entdecken, schafft die Möglichkeit zu einer echten individuellen, auf den einzelnen Fall bezogenen Prävention und vorbeugenden Medizin. So können wir heute nach sorgfältiger medizinischer Analyse bei bestimmten Personenkreisen Veranlagungen z.B. für Allergie, für Herz-Kreislauferkrankungen, aber
auch für Erkrankungen des Nervensystems und Krebs identifizieren. Wenn wir diese Risikofaktoren erkennen, und frühzeitig entsprechende Behandlungen einleiten, können wir den Ausbruch dieser Krankheiten verhindern oder zumindest verzögern. Spezifische individuelle Prävention rückt in greifbare Nähe und wird die Medizin der Zukunft mit neuen Technologien prägen.


6. Berlin und der internationale Gesundheitsmarkt

Unter Federführung einer ressortübergreifenden Steuerungsgruppe wurde für Berlin ein Masterplan „Gesundheitsregion Berlin“ für die Zeit 2005 bis 2015 ausgearbeitet.

Deutschland war vor 100 Jahren einmal weltweit führend in der medizinischen Forschung, Medizintechnik und Pharmazie. Als ehemalige Apotheke der Welt ist es inzwischen weit zurückgefallen hinter U.S.A., Großbritannien, Frankreich, Schweiz, Kanada und Australien. Alle Schätzungen gehen von einem weiteren Rückgang der Arbeitsplätze in der Pharmabranche um 100.000 Mitarbeiter bis zum Jahre 2020 aus. Die Biotech-Branche hat nach einer guten Entwicklung Mitte der neunziger Jahre jetzt einen Rückgang zu verzeichnen.
Die Aufwendungen in diesem Bereich gingen in Deutschland um 0,3 Mrd. EURO zurück, während sie in den U.S.A. um 8,4 Mrd. stiegen. Die E-Health-Branche, die auf ein „digitales Krankenhaus“ hinausläuft und ein riesiger internationaler Zukunftsmarkt ist, wird in Deutschland, so wie auch andere große Themen der Gesundheitswirtschaft, bedauerlicherweise viel zu zögerlich entwickelt.

Um diesen Gesundheitsmarkt zu entwickeln und um Arbeitsplätze und Wertschöpfung zu schaffen, müssen die richtigen Rahmenbedingungen vorhanden sein bzw. immer wieder neu angepasst werden: dieses kann nur die Politik.

Sie muss es aber auch tun, konsequent und schnell. Hiervon sind wir leider in Deutschland und besonders in Berlin weit entfernt.

Zu nennen sind hier:

Der auffallend niedrige Anteil an Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zu anderen Industrienationen.

- Entwicklungspartnerschaften öffentlich-rechtlicher Einrichtungen, Universitäten, Forschungsinstitute mit der Industrie sind institutionell, mental und politisch immer noch schwierig.

- Die Praxis wirtschaftlich orientierter Initiativen sieht leider ganz anders aus als dieses in Sonntagsreden gewünscht wird. Hierzu könnte ich Ihnen viele Beispiele geben: Darauf verzichte ich heute, damit Anwesende sich nicht betroffen fühlen.


7. Was wir in Berlin brauchen: Die richtigen Rahmenbedingungen:

Berlin ist in die richtige Richtung aufgebrochen. Der Senatsbeschluss vom 7. Dezember 2004 und der Bericht der Enquete-Kommission „Eine Zukunft für Berlin“ haben zu einem „Masterplan Gesundheitswirtschaft“ geführt, der die Entwicklungsmöglichkeiten für die Jahre 2005 bis 2015 systematisch aufzeigt. Ziel ist es, die Hauptstadtregion zum Gesundheitszentrum Deutschlands zu entwickeln und eine systematische Stärkung der Wertschöpfungsketten und der Schaffung von Arbeitsplätzen aus der Forschung zu erreichen.

Wir brauchen dringend eine konsequente Durchführung der in dem Masterplan nach ausführlicher Diskussion definierten Ziele und Handlungsfelder. Lassen Sie mich dabei einige aus meiner Sicht besonders wichtige exemplarisch herausgreifen:

• Die Universitäten, die Charité und die Forschungseinrichtungen gemeinsam mit der forschenden Industrie müssen den Motor der Gesundheitsstadt bilden. Ohne Wissenschaft keine Innovation. Wenn es uns z.B. gelänge, das Potential eines hohen Patientenaufkommens in der Region und der großen Dichte der Gesundheitsversorgung zu nutzen, um Berlin zu einem Zentrum klinischer Forschung auszubauen, insbesondere für die Durchführung von Therapiestudien z.B. durch kooperative Vereinbarungen zwischen Vivantes, eventuell Helios und anderen Partnern und der Charité, könnten wir zu einem Weltzentrum der Therapieforschung werden. Eng verbunden damit wäre die Bündelung der Potentiale für translationale Forschung, für molekulare Bildgebung, für Versorgungsforschung, die alle die gleiche Infrastruktur gemeinsam nutzen könnten.

• Die Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg muss zu einem internationalen überregionalen innovativen Kompetenzzentrum für gesundheitsbezogene Lehre, Aus-, Fort- und Weiterbildung werden mit internationaler Ausstrahlung. Im Langenbeck-Virchow-Haus haben wir bereits gemeinsam mit der Berliner Medizinischen Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und der Firma B. Braun-Aesculap aus Melsungen ein traditionsreiches und modern ausgestattetes Zentrum hierfür gerade eröffnet. Große andere Fachgesellschaften sind hier angesiedelt.

Hier eröffnet sich ein völlig neuer Gesundheitsmarkt mit hohem Potential auch bezüglich wirtschaftlicher Entwicklung und der Erschaffung von hoch qualifizierten Arbeitsplätzen mit breiter Ausstrahlung für die Hauptstadt Berlin. Berlin sollte alles tun, möglichen Hindernissen entgegenzuwirken.

• Die Vermarktung Berlins und die Einwerbung von Messen und Kongressen muss forciert
werden. Schon jetzt ist Berlin eine der größten Messestädte im Gesundheitswesen, national und international. Jährlich finden über 10 große nationale und internationale Medizinkongresse mit jeweils zwischen 5 und 15.000 Teilnehmern statt. Darüber hinaus gibt es ungezählte kleinere Veranstaltungen, die in der Summe wahrscheinlich noch einmal die gleiche Zahl von ca. 100.000 Besuchern nach Berlin bringen. Große medizinische Fachgesellschaften und Verbände lassen sich zunehmend in Berlin nieder. Es handelt sich (im Gegensatz zur Love Parade) hierbei im Wesentlichen um zahlungskräftige Besucher, die zum großen Teil mit Familie und mehrtägig und immer wieder nach Berlin kommen und ein hohes Wirtschaftspotential bergen.

• Biotechnologie und Biomedizin sind ausgewiesene Kompetenzfelder in Berlin-Brandenburg mit einem trotz der schwierigen Situation erstaunlich konstanten Zuwachs an Ansiedlungen, Ausgründungen und neuen Arbeitsplätzen. Eindeutige Schwerpunktfelder haben sich hier in den Technologieparks stabilisiert und durchgesetzt.

• In der regenerativen Medizin mit den Schwerpunkten Tissue Engineering, biohybride Systeme und Stammzellen sind neue Kompetenzen gebündelt worden unter Federführung und Unterstützung insbesondere auch von BioTop und der TSB. Ein mutiges Eintreten auch der Berliner Politik für diese modernen Technologien und auch für die Forschung an Stammzellen wäre hilfreich im nationalen und internationalen Kontext.

• Die Gesundheitsregion Berlin könnte zu einer Modellregion für eine von der Wissenschaft getriebene qualitätsorientierte moderne, wirtschaftliche Gesundheitsversorgung entwickelt werden.

• Eine ressortübergreifende Gesundheitsförderung und Prävention könnte ein Markenzeichen der Gesundheitsregion Berlin werden, an der von den Kindergärten über die Schulen und Einrichtungen der Weiterbildung bis hin zu den Betrieben alle teilnehmen. Dieses könnte eine große Bewegung werden und passte gut zu der Tatsache, dass Berlin bereits Mitglied ist im WHO-Netzwerk „Gesunde Städte“ ist. Es wäre eine „Imageklammer“, die Berlin gut zu Gesicht stehen würde.


8. Struktur der Gesundheitsversorgung in Berlin

Die Gesundheitsversorgung in Berlin muss optimiert, modernisiert und für den Wettbewerb gerüstet werden. Die Gesundheitspolitik setzt zu Recht auf die Reduktion der Lohnnebenkosten, eine Modernisierung der Finanzierung des Gesundheitssystems und bei den Krankenhausbetreibern auf Wettbewerb.

Durch die Einführung von Fallpauschalen für die Krankenhausfinanzierung wird sich schon kurzfristig ein Wettbewerb zwischen allen Anbietern etablieren. Die Universitätskliniken sind davon nicht ausgenommen. Patienten werden in Zukunft kürzer stationär oder ausschließlich ambulant behandelt werden, und die Grenzen zwischen Akutversorgung einerseits und Prävention und Gesundheitsförderung auf der anderen Seite werden sich zu Gunsten Letzterer verschieben. Berlin hat ein differenziertes Krankenhausversorgungssystem mit insgesamt über 20.000 Krankenhausbetten. Davon befinden sich zur Zeit

• 43% in öffentlicher Hand bei den Landesbetrieben Charité – Universitätsmedizin Berlin und Vivantes,

• 46% in der Hand frei gemeinnütziger Einrichtungen wie DRK Schwesternschaft, Diakonie, Paritätischer Unternehmensverbund und andere und

• 11% in privater Hand, z.B. Helios-Kliniken GmbH und MEDIAN-Kliniken.

Zuverlässige Vorhersagen gehen davon aus, dass bundesweit und auch in Berlin über
20% dieser Betten abgebaut werden und dass der Anteil der Öffentlich-Rechtlichen zurückgeht, während die frei Gemeinnützigen weitgehend stabil bleiben und der private Sektor expandiert. Mit dieser Entwicklung müssen wir auch in Berlin rechnen.

Eine besondere Situation ergibt sich für die Universitätsklinika in Deutschland aus vielen verschiedenen Gründen, u.a. deshalb weil die Universitätskliniken auftragsgemäß und traditionell schwere Fälle der Maximalversorgung und Hochleistungsmedizin bei sich aufnehmen.

Deshalb sind wir im Rahmen der Fallpauschalenfinanzierung benachteiligt, was zu einer außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Situation aller Universitätsklinika in Deutschland geführt hat. Dieser Nachteil der Universitätskliniken muss unbedingt durch eine Verbesserung der Fallpauschalenhonorierung aufgehoben werden, wenn die universitäre Forschung und Lehre nicht unwiederbringlichen Schaden erleiden sollen. Berlin sollte sich im eigenen Interesse auf Bundesebene dafür stark machen.

Dennoch stellen sich die Universitätsklinika auf den kommenden Wettbewerb mit anderen Häusern der Krankenversorgung ein. Die ganze Republik ist in Bewegung: In Kiel, Lübeck, Marburg, Gießen, München usw.

In Tübingen und Heidelberg aber auch in anderen Regionen haben die Universitätskliniken einen Weg eingeschlagen, der exemplarisch ist. Sie beteiligen sich als Gesellschafter an den GmbHs umliegender Krankenhäuser. Sie etablieren auf diese Weise ein Netzwerk, an dem sie wirtschaftlich und strukturell beteiligt sind. Dadurch können sie Investitionen strategisch mit beeinflussen und Patientenströme entsprechend der Ausstattung und Spezialisierung einzelner Kliniken wirksam lenken. Ein ähnliches Modell der Beteiligung universitärer Kliniken an anderen Partnereinrichtungen kann man auch international beobachten. So hat die Harvard Medical School neben den eigentlichen akademischen Krankenhäusern eine getrennte Struktur: „Harvard Partners Health Care“ gegründet, in der neben Forschungsinstituten und Forschungskliniken insbesondere Lehrkrankenhäuser und Einrichtungen der ambulanten Versorgung untergebracht sind.

Dieses System der wirtschaftlichen und strukturellen Verbindung einer universitären Einrichtung mit anderen Klinika und niedergelassenen Ärzten kann an vielen anderen Orten in der Welt, so auch an der Johns Hopkins University, beobachtet werden, die ursprünglich nach deutschem Vorbild eingerichtet wurde und heute eine der bekanntesten medizinischen Einrichtungen weltweit ist.

Auch das Land Berlin wird eine Konzernstrategie für beide Landesbetriebe entwickeln müssen. Unter dem Kostendruck und dem zunehmenden Wettbewerb werden beide Landesbetriebe Charité und Vivantes zur Zeit intensiv mit großem Aufwand restrukturiert. Dieses erfordert eine enorme Kraftanstrengung auf allen Seiten. Es wäre aber unsinnig, wenn diese Restrukturierungen nicht so auf einander abgestimmt würden, dass in Zukunft auf dieser Basis eine gemeinsame Orientierung für die Landesbetriebe gefunden wird. Abstimmung ist daher im frühesten Stadium notwendig. Daran müssen wir arbeiten.


9. Unternehmenskonzept der Charité -Universitätsmedizin Berlin

Die Charité hat ein Unternehmenskonzept entwickelt, das auf der Basis des jetzt endlich verabschiedeten Berliner Universitätsmedizingesetzes davon ausgeht, dass die Charité
als Gliedkörperschaft des öffentlichen Rechtes die engen Beziehungen zu der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin bestehen bleibt. Ob dieses Gesetz als „Koalitionskompromissprodukt“ den Anforderungen für ein modernes Gesundheitsunternehmen erfüllt, möchte ich heute nicht bewerten.

Die vier Standorte, Campus Berlin-Buch (CBB), Campus Benjamin Franklin (CBF), Charité Campus Mitte (CCM), Campus Virchow-Klinikum (CVK) - jeder mit seinen Besonderheiten, sollen erhalten bleiben. Es werden komplett neue Managementstrukturen etabliert. Die ca. 130 Forschungseinrichtungen und Kliniken der Charité, die in dieser Größe „unregierbar“ wären, werden unterteilt in 17 CharitéCentren, die nach Gesichtspunkten insbesondere der Patientenorientierung und der Wirtschaftlichkeit aber auch nach wissenschaftlichen Schwerpunkten in Forschung und Lehre etabliert wurden.

Darüber hinaus wird ein systematisches Netzwerk mit Charité-Partnerpraxen eingerichtet, die im Sinne einer integrierten Versorgung und engen Anbindung neue Synergien zwischen der privaten niedergelassenen Ärzteschaft und der Charité herstellen sollen.

Ein wichtiger Bestandteil des Charité-Unternehmenskonzeptes sind Ausgründungen und auch Beteiligungen im Wesentlichen in Form von GmbHs, die unterschiedlichen Zwecken dienen. Bei der viel zitierten Charité Facility Management GmbH (CFM) handelt es sich um eine Charité Tochter mit einem privaten Minderheitsgesellschafter, in der gemeinsam mit einem Konsortium von Dienstleistern unter Beteiligung des Berliner Mittelstandes das gesamte Facility Management vom Sicherheitsdienst über technische Dienstleistungen, Sterilisation, Krankentransport bis hin zum Immobilienmanagement geleistet wird. Hierdurch sind erhebliche Einsparungen und Synergien gegenüber den derzeit ca. 200 unabhängig tätigen Dienstleistern zu erwarten.

Darüber hinaus sind Ausgründungen realisiert oder in Vorbereitung, die neue Geschäftsfelder eröffnen, Einkommen für die Charité sichern und Arbeitsplätze sichern oder neue schaffen sollen. Insgesamt geht es dabei darum, die Wertschöpfungskette der Charité von der Grundlagenforschung bis hin zur wirtschaftlichen Nutzung besser zu realisieren.
Wir bauen dabei auf die Unterstützung der Politik.

Neben der Grundlagenforschung wird sich die Charité zunehmend auch der Anwendungsforschung und der Versorgungsforschung zuwenden, die in Deutschland große Defizite haben und bei denen die Charité ein erhebliches wissenschaftliches und wirtschaftliches Entwicklungspotential sieht. Studenten der Charité wird auf dieser Weise in Forschung und Lehre ein integriertes Konzept angeboten, das sich eben nicht nur auf klassische komplexe Hochleistungsmedizin und Grundlagenforschung beschränkt, sondern den gesamten Gesundheitsbereich auch in der Lehre anbietet und darüber hinaus die Gelegenheit gibt, unternehmerische Erfahrungen schon während des Studiums zu sammeln.


10. Sorge um die Mitarbeiter

Das gesamte Gesundheitskonzept der Stadt Berlin wird nicht funktionieren, wenn wir nicht attraktiv sind für Unternehmen, Mitarbeiter aller Berufs- und Altersgruppen und besonders aber für junge Menschen.

Nur dann kann der Innovationsmotor auf nationalem und internationalem Stand weiter entwickelt werden. Hier gibt es zur Zeit große Sorgen, da insbesondere in der Ärzteschaft
zu Recht darauf hingewiesen wird, dass die frühe Unabhängigkeit nicht ausreichend gefördert wird und die Gehaltssituation am unteren Ende der Jahresgehälter europäischer Mediziner liegen. Wenn wir Deutschland und Berlin nicht attraktiv machen, auch bezüglich der persönlichen finanziellen Situation, werden wir alle unsere Pläne nicht realisieren können.

Es ist bereits so, dass eine Vielzahl von jungen Wissenschaftlern und Ärzten Deutschland verlassen und auswandern in Länder, in denen mit weniger hierarchischen Strukturen und besseren Gehältern eindeutig vorteilhaftere Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind.

Der Verband der Universitätskliniken in Deutschland (VUD) und viele andere haben mehrfach vor dieser Entwicklung gewarnt. Intensive Protestbewegungen der Ärzteschaft formieren sich besonders an den Unikliniken in Bayern, Baden Württemberg, Hessen und Berlin. Wir werden schweren und langfristigen Schaden für das ganze Land erleiden, wenn wir nicht kurzfristig pragmatisch aber eben auch langfristig systematisch gegensteuern.

Die Überlebensfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der universitären forschenden Medizin in Deutschland, und damit der gesamten Gesundheitsforschung einschließlich der wirtschaftlich wichtigen Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmazie sind von diesen Entwicklungen entscheidend betroffen.

Die Tarifsituation in den Universitätskliniken ist ungeklärt und sorgt für große Unruhe und Demotivation auf allen Seiten. Schon heute können 6000 Stellen in Deutschland nicht mehr mit Ärzten besetzt werden. 2000 Mediziner arbeiten derzeit im Ausland und haben dort höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Darum gibt es bundesweite Aktionen und Streiks. Die Charité ist davon nicht ausgenommen, wie Sie gewiss gehört haben: Am kommenden Montag werden unsere Ärzte für eine Woche in den Ausstand treten. Der Vorstand appelliert daher an alle, die für das deutsche Gesundheitssystem Verantwortung tragen, auch an den Berliner Senat, alles zu unternehmen, damit die medizinische Forschung und die Universitätsmedizin für alle Mitarbeiter einschließlich der jungen Mediziner und Wissenschaftler wieder attraktiv und wettbewerbsfähig wird.


11. Die universitäre Medizin als Innovationsmotor der Gesundheitsstadt Berlin

Bei der Charité - Universitätsmedizin Berlin spiegelt sich verstärkt, wie in einem Brennglas wider, was die gesamte Bundesrepublik Deutschland charakterisiert.

Auch im Lichte der nationalen und internationalen Entwicklungen war die Fusion der Charité der richtige Weg, und das „Reformwerk Charité“ kann gelingen. Hierfür spricht die hervorragende Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiter der Charité. Ermutigend ist die Tatsache, dass die Krankenversorgung auf allerhöchstem Niveau gewährleistet ist und die wirtschaftliche Erlössituation sogar in Teilen noch verbessert werden konnte. Begeisternd ist auch die Tatsache, dass die Drittmitteleinwerbung, die ein guter Parameter für die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit einer Einrichtung ist, wie in der Vergangenheit auch im vergangenen Jahr 2004 noch gesteigert werden konnte und die 100 Mio. € Grenze erstmals überschritten wurde. Damit ist die Charité die drittmittelstärkste Universitätsklinik, die keinen nationalen und internationalen Vergleich scheuen muss.

Der Charité müssen von der Politik Handlungsfreiheit und Instrumente zur Verfügung gestellt werden, um mit dieser schwierigen Situation fertig zu werden und unternehmerisch handeln zu können.

Mein abschließendes „Ceterum Censeo“ lautet, sehr geehrte Damen und Herren:

Freiheit schafft Motivation und Erfolg! Unsere Konkurrenten national, besonders international, nutzen die unternehmerische Freiheit, die es auch uns ermöglichen würde, den Beweis zu erbringen, dass die Charité und andere Landesbetriebe in öffentlicher Trägerschaft wirtschaftlich erfolgreich sein können. Sie müssen uns nur lassen.

Das „UNTERNEHMEN CHARITÉ“ wird konsequent als gewinnbringendes Wirtschaftsunternehmen am nationalen und internationalen Gesundheitsmarkt platziert und beteiligt sich gewinnorientiert an allen Geschäftsfeldern, die den ethischen Ansprüchen der Charité entsprechen). Hierzu gehören folgende Einzelelemente:

Wirtschaftliche Kooperationen mit Partnern in der Krankenversorgung, Entwicklung einer Konzernstrategie des Landes Berlin für seine Krankenhausbetriebe Charité und Vivantes. Systematische Beteiligung an Entwicklungspartnerschaften mit der Industrie und Wirtschaft, Ausgründung von Geschäftsfeldern z. B. in Form von GmbHs. Gründung einer „Stiftung Charité“ mit einem Dotationsvermögen aus privaten Mitteln.

Die Gesundheitsstadt Berlin soll in jeder Hinsicht von der Charité als Leitbild für die Zukunft der Stadt mit geprägt und unterstützt werden. Aus Verantwortung für Berlin will die Charité als einer der größten Arbeitgeber und als Innovationsmotor die ihr zukommende Rolle wahrnehmen.

Wichtige Teilaspekte sind hierbei: Die Zusammenarbeit mit der Berliner Wissenschaft und Wirtschaft in allen Bereichen und Unterstützung von sowie aktive Beteiligung an koordinierenden Infrastrukturen, u. a. Konferenz der Berliner Universitäten (KBU), „An Morgen denken“ (AMD), „WissenSchafft Zukunft“, Gesundheitsstadt Berlin e. V., Technologie Stiftung Berlin mit Biotop TSB, Medici, Berlin Partner.

Ziel ist es, Berlin zu einer Metropole der Lebenswissenschaften, zu einem Modell für den Gestaltungswillen und die Reformbereitschaft und für den Weg in eine humane, erlebbare Wissensgesellschaft zu machen.

Ich möchte enden, indem ich Mut mache: Berlin kann stolz sein auf die Leistungen, die hier erdacht und erbracht werden. Die kreativen Impulse gerade aus der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft sind die Funken, die in ein wärmendes Feuer für die Berliner Wirtschaft verwandelt werden können. Und dieses Feuer brauchen wir nicht nur bei so kühlen Temperaturen wie heute.

Berlin braucht hierzu aber auch einen Heizer, und besser: eine ganze Stadt, die dem wirtschaftlichen Leben einheizt. Ich wünsche mir, dass Sie, verehrte Damen und Herren, dafür persönlich und mit Ihren Institutionen – hier und in Zukunft – energisch eintreten.