Wolff, Jeanette

Geschichte: Personen L-Z

Jeanette Wolff

 

geboren am 22.06.1888 Bocholt (Provinz Westfalen), ältestes von 16 Kindern
gestorben am 19.05.1976 Berlin

1904 Ausbildung als Kindergärtnerin in Brüssel
1905 Tätigkeit als Kindergärtnerin und Erzieherin, Eintritt in die "Sozialistische Jugend"
1909 Abitur am Abendgymnasium
1910 Heirat mit Kaufmann Hermann Wolff aus Dortmund, drei Töchter: Juliane (1911), Edith (1916) und Käthe (1920)
1919 wahl zur Stadtverordneten, später Stadträtin in Bocholt, Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt
1932 Umzug nach Dinslaken
5. März 1933 Verhaftung durch die Nazis nach einem Wahlkampfeinsatz für die SPD, zwei Jahre "Schutzhaft" in Hamborn
17. März 1935 Entlassung aus der Haft, Gründung einer Pension für Juden in Dortmund
1938 Zerstörung der Wohnung beim November- Pogrom, Verhaftung und Deportation des Ehemannes vonm Jeanette Wolff in das KZ Sachsenhausen
1939 Zwangsweiser Abtransport in eine Judenwohnung, Verhaftung der jüngsten Tochter Käthe, die nach schweren Misshandlungen 1944 im KZ Ravensbrück erschossen wird
1942 Deportation nach Riga-Getto, danach in verschiedene Konzentrationslager; außer der Tochter Edith kommen alle Familienangehörigen ums Leben
1945 Befreiung durch die Russen, Rückkehr nach Berlin, Engagement in der SPD
1946 Stadtverordnete in Berlin
1949 bis 1970 Gründungs- und Kuratoriumsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V.,
stellvertretende jüdische Vorsitzende, 1970 bis 1976 jüdische Vorsitzende
1951- 1961 Mitglied des deutschen Bundestags
1965 Stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland
12.12.1967 Stadtälteste von Berlin

Ehrengrab: Friedhof der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Heerstraße 41/Scholzplatz Charlottenburg-Wilmersdorf