Wegener, Erwin

Geschichte: Personen L-Z

Erwin Wegener

geb. 12.4.1920
 
Am 9.11.2009, dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, ist Erwin Wegener nach langer und schwerer Krankheit verstorben.
Sein Leben war geprägt von dem unverbrüchlichen Bekenntnis zur Sozialdemokratie. In der Weimarer Zeit geboren wurde Erwin in frühester Kindheit Mitglied bei den Roten Falken. Nach dem Kriegsende konnte er dann im Mai 1945 auch in die SPD eintreten. Bis 1961 war er ein aktives Mitglied und erlebte in Berlin die Repressalien der damaligen SED-Machthaber gegen die Mitglieder der SPD in Ostberlin.
Auch wenn zwischen 1961 und 1990 die Arbeit der SPD ruhte, verlor Erwin nie den Kontakt zu seiner SPD im Westteil der Stadt. 1990, nach der SDP-Gründung, brachte er sich wieder aktiv in die Parteiarbeit ein. In seiner Funktion als Kassierer in dem SPD-Ortsverein Berlin Blankenfelde beteiligte er sich am Wiederaufbau der Sozialdemokratie vor Ort - und das mit einigem Erfolg: Im Mai 1990 erzielte der kleine Ortsverein bei der ersten und letzten freien Volkskammerwahl im örtlichen Wahllokal sensationelle 92 % der Wählerstimmen.
In den vergangenen Jahren nahm Erwin trotz seiner Krankheit weiterhin regen Anteil an der „großen“ SPD-Politik. Oft zeigte er sich dabei unzufrieden mit „denen da oben“. Stets mahnte er: „Ihr müsst mehr für die kleinen Leute machen.“ Umso bedauerlicher ist, dass er den Aufbruch seiner SPD beim letzten Bundesparteitag in Dresden nicht mehr miterleben konnte.