Stampfer, Friedrich

Geschichte: Personen L-Z

Friedrich Stampfer

Am 8. September 1874 wird Friedrich Stampfer in Brünn (damals Österreich-Ungarn) geboren. In Wien und Leipzig studiert er Volkswirtschaft und Staatswissenschaften und schließt sich einer sozialdemokratischen Studentenorganisation an. Zwischen 1900 und 1902 ist Stampfer Redakteur der der sozialdemokratischen "Leipziger Volkszeitung" und anschließend freier Schriftsteller und Mitarbeiter des "Vorwärts".

1916, nach seinem Militärdienst in der österreichisch-ungarischen Armee wird Stampfer Chefredakteur des "Vorwärts". 1919 ist er bei den Friedensverhandlungen von Versailles dabei. Von 1920-1933 ist Stampfer Mitglied des Reichstages, zur Machtübernahme Hitlers muss Stampfer ins Prager Exil gehen und gehört zusammen mit Wels, Vogel u.a. bis 1940 dem dort gegründeten Exil-Parteivorstand an. In Prag wird er auch Chefredakteur des "Neuen Vorwärts", der jedoch seit 1937 nicht mehr öffentlich verkauft werden darf. Stampfer verlegt sein Exil 1938 nach Paris, der "Neuen Vorwärts" wird dort weiter gedruckt.

Wie so viele Intellektuelle und politisch Aktive muss Stampfer über die Pyrenäen vor dem Faschismus fliehen. Im Oktober 1940 kommt Stampfer in New York an und hilft dort sozialdemokratischen Flüchtlingen, die nach ihm kommen. In den USA wird er Mitglied der German Labor Delegation und arbeitet an der deutschsprachigen "Neuen Volkszeitung" in New York mit.

1948 kehrt Stampfer nach Deutschland zurück und lehrt bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1955 an der Akademie für Arbeit in Frankfurt am Main seine Fachgebiete Volkswirtschaft und Staatswissenschaften. Am 1. Dezember 1957 stirbt Friedrich Stampfer in Kronberg im Taunus.

Gilbert Dietrich