Sievers, Max

Geschichte: Personen L-Z

Max Sievers

geboren am 11. Juli 1887, von den Nazis hingerichtet am 17. Januar 1944.

Max Sievers wurde in Berlin-Tempelhof als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Er trat noch vor dem 1. Weltkrieg in die SPD ein und wurde nach 1918 Abgeordneter in Berlin. Er setzte sich als Vorsitzender des Deutschen Freidenkerverbandes und als sozialdemokratischer Abgeordneter gegen Unfreiheit und Ausgrenzungen Andersdenkender, für die Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von konfessioneller und politischer Bindung, für die Trennung von Staat und Kirche, für Demokratie und Humanismus ein.
Nach 1933, kurzzeitig von den Nazis inhaftiert, flüchtete er ins westeuropäische Ausland. Von dort gab er Publikationen des Freidenkerverbandes sowie eigene Schriften gegen den Nationalsozialismus heraus, die in Deutschland illegal verbreitet wurden. Im Juni 1943 wurde er in Frankreich von der Gestapo verhaftet und am 17. November 1943 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. In den neunziger Jahren wurde das Unrechts-Urteil aufgehoben.

Gedenktafel:

Max SIEVERS (*Berlin 11.6.1887 - +Brandenburg-Görden 17.1.1944), Gneisenaustraße 41. Inschrift der Tafel, die auch ein Porträt Sievers zeigt: Die Gedanken sind frei / Max / Sievers / Reichsvorsitzender des / Deutschen Freidenker-Verbandes / geb. 1887 1944 hingerichtet / Aus diesem Haus - Sitz des D.F.V. / am 17. März 1933 / von S.A. und Gestapo vertrieben
Im April 1933 emigrierte Sievers nach Brüssel, im August desselben Jahres wurde er aus Deutschland ausgebürgert. 1939 ging er in die USA, kehrte 1939 noch einmal nach Belgien zurück, wo er vom deutschen Einmarsch überrascht wurde. Ein Visum für die Schweiz wurde ihm verweigert, er hielt sich bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo am 3.6.1943 zusammen mit seiner belgischen Frau unter falschem Namen in Chérengm/Nordfrankreich versteckt. Der Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Freisler verurteilte ihn wegen seiner politischen Aktivitäten am 17.11.1943 zum Tode. Enthüllt wurde die von Heinz Spilker geschaffene Bronzetafel am 17.1.1984. Sievers' Grabstätte (Ehrengrab) wurde erst am 10.2.1952 auf dem Urnenfriedhof Wedding, Gerichtstraße, eingerichtet.)

aus: Holger Hübner, "Das Gedächtnis der Stadt", Argon Verlag, Berlin 1997

Gedenkveranstaltung am 17. Januar 2004

Zum 60.Todestag von Max Sievers ehren ihn die Berliner Landesverbände des Humanistischen Verbandes und des Deutschen Freidenker-Verbandes mit einer Gedenkverstaltung. Sie findet am Sonnabend, dem 17. Januar 2004 um 14 Uhr in der Feierhalle des Krematoriums Wedding (Gerichtstr. 37, 13347 Berlin) statt. Die Gedenkrede hält der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Sven Vollrath.