Sieglerschmidt, Hellmut

Geschichte: Personen L-Z

Hellmut Sieglerschmidt

Hellmut Sieglerschmidt zog als erster Berliner Abgeordneter für die SPD 1979 in das Europaparlament ein.

Geboren wurde Sieglerschmidt am 17.10.1917, er studierte von 1937 bis 1940 Wirtschaftswissenschaften. Im Krieg wurde er in Russland schwer verwundet. Nach 1945 arbeitete er zunächst im Verwaltungsdienst. Er war von 1945 bis 1947 in der Sowjetischen Besatzungszone Mitglied der LDPD, da er nicht der zwangsvereinigten SED beitreten wollte. 1946 bis 1947 war er für diese Partei Mitglied des Landtages von Mecklenburg.

Das NKWD wollte ihn 1947 als Spitzel werben, ein Ansinnen, dem er sich durch Flucht in den Westen (über Berlin nach Hannover) entzog. Dort trat er in die SPD ein. Nach kurzer Zeit als politischer Redakteur der Hannoverschen Presse trat Hellmut Sieglerschmidt 1952 als persönlicher Referent von Lauritz Lauritzen in den niedersächsischen Landesdienst ein und arbeitete ab 1955 für ein Jahr im Bundesamt für Verfassungsschutz.

1956 wechselte er nach Berlin in die Senatsverwaltung für Inneres, wo er erst unter Joachim Lipschitz, dann unter Heinrich Albertz arbeitete. Ab Anfang der sechziger Jahre war er als Senatsrat beim Senator für Wissenschaft und Kunst, damals Werner Stein, tätig. 1969 rückte er kurz nach Beginn der Legislaturperiode für Hans Wellmann in den Bundestag nach. Von 1979 bis 1984 war er Mitglied des Europäischen Parlaments.

Im Sommer des Jahres 1984 schied Hellmut Sieglerschmidt nach 15 Jahren parlamentarischer Tätigkeit aus. Über 14 Jahre davon war er Mitglied europäischer parlamentarischer Gremien, davon etwa 7 Jahre in der parlamentarischen Versammlung des Europarates.

Lange Jahre war er als Synodaler in der Synode der Landeskirche, in der Deutsch-Jüdischen Gesellschaft und der Europa-Union aktiv, in letzterer u. a. als stellvertretender Vorsitzender. Am 1. März 1992 starb er.

aktualisiert: 16.4.2010