Seger, Gerhart H.

Geschichte: Personen L-Z

Gerhart H. Seger


* : 16.11.1896

† : ???

Sein Vater war Redakteur der „Leipziger Volkszeitung“. Er besuchte die Peterschule und die Universität Leipzig. Er begann seine Karriere bei der „Freiheit“ (Zeitung) unter Rudolf Breitscheid, dem damaligem Organ der Unabhängigen Sozialisten. Von 1923 bis 1928 wurde er Generalsekretär der Deutschen Friedensgesellschaft. Sein Vorgänger war Carl von Ossietzky. Er hielt 25000 bis 30000 Reden in 50 Jahren. Gerhart H. Seger war nicht nur Journalist sondern auch Schriftsteller. Er war Mitarbeiter des deutschen Informationszentrums in New York und USA-Korrespondent der Berliner Tageszeitung „Telegraf“. In den zwanziger Jahren gehörte er zu dem Kreis der Pazifisten. Dies galt als Landesverrat, doch Seger wurde nicht verurteilt. Die Reichswehr verklagte ihn wegen Beleidigung, weil er gesagt hatte, dass man die Reichswehr wie die Pest bekämpfen müsse. 1930 wurde er Reichstagsabgeordneter der SPD. Nach dem Machtwechsel wurde er festgenommen und ins Konzertrationslager in Oranienburg eingeliefert. Doch er schaffte es, am 07.12.1933 zu fliehen. Darauf antworteten die Nazis, indem sie seine Frau und seine Tochter als Geiseln behielten, bis englische konservative Frauen sie aus Deutschland herausholten. Gerhart Seger floh nach Prag.

 

Recherche: Onur Özturan