2002: Gedenken zum 50. Todestag Schumachers

Geschichte: Personen L-Z

2002: Gedenken zum 50. Todestag Schumachers

Gedenkveranstaltung vor dem Kurt-Schumacher-Haus
 

Die Berliner SPD hat am 20. August 2002 an den 50. Todestag von Kurt Schumacher erinnert. Bei der Gedenkveranstaltung vor dem Kurt-Schumacher-Haus sagte Landesgeschäftsführer Ralf Wieland:

"Wir gedenken heute des großen Sozialdemokraten Kurt Schumacher, der vor 50 Jahren verstarb. Wir tun dies hier am Parteihaus der Berliner SPD, das nach Kurt Schumacher benannt ist. Wir  Jüngere, die Kurt Schumacher nicht persönlich erlebt haben, im Rundfunk
seine Reden nicht gehört haben, können nur aus den Erzählungen der Älteren annähernd erfassen, welche Bedeutung dieser Mann für die deutsche Sozialdemokratie hatte. In seiner Reichtagsrede am 23. Feb. 1932 warf Kurt Schumacher den bereits im Parlament vertretenen Nationalsozialisten vor: 'Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen.'

Wenn wir heute in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsradikalismus uns daran erinnern, mit welchem Mut und mit welcher rhetorischen Schärfe Kurt Schumacher bereits in den 30er Jahren den Nazis entgegengetreten ist, dann kann und dann ist das Leben und das politischen Wirken dieses  Mannes Orientierung auch für junge Menschen in unserem Land.

 

Kurt Schumacher hatte immer eine besondere Verbindung zu Berlin. Er studierte in Berlin und legt hier sein erstes juristisches Staatsexamen ab.
Als württembergischer Reichstagsabgeordneter ist er ab 1930 politisch in der Reichshauptstadt tätig.
Hier in Berlin wird er 1933 verhaftet, es folgen zehn Jahren KZ-Haft. Nach dem Krieg besucht er 1946 wieder Berlin und unterstützt die Sozialdemokraten, die sich gegen die Verschmelzung mit der KPD wehren. Seine Unterstützung hilft, im Westteil der Stadt die Urabstimmung durchzusetzen und die Zwangsvereinigung zu verhindern.

 
Gedenkveranstaltung vor dem Kurt-Schumacher-Haus
 

Auf der Trauerfeier  am 24. August 1952, wo 20.000 Berlinerinnen und Berliner Abschied vom Vorsitzenden der deutschen Sozialdemokratie nahmen sagte der damalige Berliner SPD-Vorsitzende Franz Neumann: 'Bis zur Eroberung Berlins für die Demokratie war Kurt Schumacher der einzige führende Politiker aus Westdeutschland, der nach Berlin kam und uns helfen wollte, und der immer in Berlin war, wenn Not am Mann war.'

Ich hoffe, dass viele Mitglieder in der SPD erkennen, welche aktuelle Bedeutung das Wirken von Kurt Schumacher noch heute für uns hat.

Wir ehren diesen großen Patrioten und Sozialdemokraten, denn nur wenn wir wissen, woher wir kommen, können wir auf den Grundwerten der Sozialdemokratie den Weg für die Zukunft erarbeiten."

Fotos: Horb