Scharnowski, Ernst

Geschichte: Personen L-Z

Ernst Scharnowski

Einer der aktivsten Streiter für eine unabhängige Gewerkschaftsbewegung nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 war Ernst Scharnowski. Er wurde am 5. Dezember 1896 in Preußisch Eylau geboren und verstarb am 9. März 1985.
Mit der Gründung der Unabhängigen Gewerkschafts-Organisation (UGO) und der unter seiner Leitung organisiserten Eingliederung der UGO in den Deutschen Gewerkschaftsbund hat Scharnowski gewerkschaftspolitisch weitsichtig gehandelt und damit auch die Grundlage einer gefestigten Organisation geschaffen.
Schon früh fand Ernst Scharnowski den Weg zu den Gewerkschaften. In den Jahren von 1922 bis 1933 war er im Deutschen Landarbeiterverband und im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB) – Bezirk Pommern – Gewerkschaftssekretär.
Ernst Scharnowski war neben seiner Gewerkschaftsarbeit auch an führender Stelle als Politiker der Berliner SPD sehr aktiv. In seinem arbeitsreichen Leben hat er sich für  kommunalpolitische Belange eingesetzt und damit für die gesamte Bürgerschaft gewirkt. Von 1957 bis 1961 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 1963 längere Zeit Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses in der Fraktion der SPD.
Während der NS-Zeit wurde er von den Nationalsozialisten  verfolgt, war längere Zeit arbeitslos, gemaßregelt und sechsmal verhaftet. Er konnte sich dann selbstständig machen und in dieser Zeit war er in illegaler politischer Arbeit gegen das nationalsozialistische System tätig. In den Jahren 1944 und 1945 war er monatelang auf der Flucht.

Kolja Brandtstedt