Rosenberg, Otto

Geschichte: Personen L-Z

Otto Rosenberg

Porträt Otto Rosenberg
 

Otto Rosenberg wurde 1923 in Draugupönen (Ostpreußen) geboren und besuchte die Grundschule in Alt- Glienicke.
1935 werden die Nürnberger Rassengesetze verabschiedet. Otto Rosenberg, der Sinti - Junge, wird nach den Gesetzen "Zigeuner".
1936 wird er ins Sammellager in Marzahn deportiert. Eva Justin, die ihm als sehr "freundliche" Frau begegnet, führt an ihm in der von den Nazis gegründeten "Rassenhygienischen Forschungsstelle" Untersuchungen durch.
1940 wird Otto Rosenberg im Rüstungsbetrieb zur Zwangsarbeit verpflichtet bei "Dannemann & Quandt Apparatebau" in Berlin- Lichtenberg. Hier wird Otto Rosenberg wegen Sabotage und Diebstahl von Wehrmachtseigentum zunächst für vier Monate in Untersuchungshaft gehalten, dann zu 3 Monaten und 3 Wochen Jugendarrest verurteilt.
Am 16. Mai 1944 gelingt den Häftlingen ein erfolgreicher Widerstand gegen die drohende Liquidierung des "Zigeuner"lagers. Es folgt die Deportation nach Auschwitz. Er erlebt den Egoismus, zu dem die Todesangst die Menschen treibt, aber auch Beispiele für echtes Mitgefühl und Solidarität.
Es folgen mehrere Konzentrations- und Arbeitslager: der Zwangsarbeit im Steinbruch von Buchenwald folgt der Transport in den Bergwerksstollen von Dora-Mittelbau, anschließend nach Bergen-Belsen.
Ottos Geschwister überleben Auschwitz nicht. Am 15. April 1945 erlebt er als einziger seiner Familie die Befreiung. Er trifft seine Mutter in Berlin, sie stirbt an Folgen einer Lungentuberkulose. Otto Rosenberg zieht nach Britz, zur Familie seiner Tante. Im Juni 1953 heiratet Otto Rosenberg.
Das Ehepaar hat sieben Kinder, darunter die Sängerin Marianne Rosenberg, und mehrere Enkelkinder.
Otto Rosenberg war langjähriger Vorsitzender des Landesverbandes deutscher Sinti und des Landesverbandes deutscher Sinti und Roma in Berlin/Brandenburg. Zu einer seiner wichtigsten Initiativen gehörte die Unterstützung für die Errichtung eines Denkmals für die 500 000 Holocaust-Opfer der Sinti und Roma südlich des Brandenburger Tores.
Otto Rosenberg war langjähriges Mitglied der SPD (Bez. Reinickendorf)
1998 wird ihm das Bundesverdienstkreuz 1 Kl. von Senatorin Ingrid Stahmer überreicht .
In seinem Buch "Das Brennglas" - Eichborn Verlag 1998 - beschrieb er seinen Lebensweg.
Am 4. Juli 2001 ist Otto Rosenberg in Berlin gestorben

Recherche: Georg Tromposch, April 2002