Reuter-Gedenkveranstaltung der Berliner SPD 2003

Geschichte: Personen L-Z

Reuter-Gedenkveranstaltung der Berliner SPD 2003

Klaus Schütz bei der Reuter-Ehrung 2003
 

Im feierlichen Rahmen gedachte die Berliner SPD am 26. September des früheren Berliner Regierenden Bürgermeisters und großen Sozialdemokraten Ernst Reuter zu seinem 50. Todestag. Der SPD-Landesvorsitzende Peter Strieder begrüßte gut 200 Gäste im Atrium des Willy-Brandt-Hauses, darunter die ehemaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz und Dietrich Stobbe sowie Michael Müller, SPD-Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus. In seiner Begrüßung wies Strieder darauf hin, dass die „Ernst-Reuter-Medaille“ die höchste Ehrung ist, die Berlin zu vergeben hat, und gerade auch die Wertschätzung Berlins für den Namensgeber ausdrückt.

Zu Beginn der Veranstaltung stellten Manfred Rexin und Siegfried Heimann von der Historischen Kommission der Berliner SPD Tondokumente aus Reuters politischem Leben vor. Im ersten Teil der Originaldokumente kam Ernst Reuter noch als Magdeburger Oberbürgermeister 1931 zu Wort - schon damals ein begeisterter Kommunalpolitiker und Stadtvater. Der zweite Teil der O-Töne konzentrierte sich auf das Jahr 1953 – Ernst Reuters letztes Jahr. Als Regierender Bürgermeister Berlins ließ er sich auch Privates entlocken: Im Juli 1951 gab er Weddinger Grundschülern über seinen Werdegang und seine sportlichen Interessen - Reuter war Radler, Schwimmer, und vor allem ein begeisterter Wanderer - fröhlich Auskunft. Viele der Anwesenden, die Ernst Reuter noch selbst erlebt hatten, fanden ihn durch die O-Töne so wiedergegeben, wie er in ihrer Erinnerung tatsächlich war.
Als eine „Leitfigur im Freiheitskampf“ würdigte danach Klaus Schütz in seiner Rede Ernst Reuter: „Es ist schon erstaunlich, wie präsent Ernst Reuter bis heute noch ist. Der Grund ist wohl darin zu sehen, dass er ein überzeugendes Beispiel dafür ist, wie die Fähigkeiten eines Mannes ihre Zeit finden und wie die Zeit ihren Mann findet. Genau dann war er da, als es auf ihn ankam. Auf ihn zuerst und vor allem. Als auf den Straßen von Berlin über die Freiheit und damit die Zukunft entschieden wurde.“
Zuletzt hatte Reuters Frau Hanna in den O-Tönen das Wort, die einen schon geplanten Termin der Sendereihe „Wo uns der Schuh drückt“ für ihren verstorbenen Mann im Oktober 1953 wahrnahm: „Er hat einmal gesagt, dass es seine glücklichste Zeit war, hier in Berlin für die Freiheit kämpfen zu können.“

Henning Schmidt

Foto: Hönemann