Praetorius, Michael

Geschichte: Personen L-Z

Michael Praetorius

(*22.3.1938 - +20.12.2002, Grabstelle auf dem Waldfriedhof Zehlendorf, Feld 060 – 321)

Zur Erinnerung an Michael Praetorius
Am 20. Dezember 2002 starb mit nur 64 Jahren der Vorsitzende der Abteilung Zehlendorf-Süd, Michael Praetorius. Mit ihm verlor der Kreis Steglitz/Zehlendorf viel zu früh einen seiner aktivsten und kreativsten Mitstreiter.
Erinnert sei an die von seiner Abteilung organisierten legendären Dampferfahrten von Wannsee zur Teltow-Werft in Zehlendorf-Süd an der Grenze zu Kleinmachnow (und zurück) ab 1982 und an die von ihm organisierten politischen Seminare in Buckow, in Belzig oder in Guben, zu denen er Mitglieder anderer Ortsvereine zur Teilnahme einlud und motivierte und Arbeitskreise zur inhaltlichen Vorbereitung der Seminare einrichtete. In den tiefsten Zeiten der deutschen Teilung suchte und fand er Kontakt über Berlin hinaus nach Schleswig-Holstein in den Kreis Herzogtum Lauenburg. Den “Lauenburgern” wurde immer wieder Wahlkampfhilfe geleistet und umgekehrt kamen auch sie regelmäßig unterstützend nach “Süd”. Dass er nach der Einheit enge Kontakte zur SPD in Teltow und Kleinmachnow suchte und pflegte, versteht sich fast von selbst. Doch ließ er den Kontakt nach Lauenburg nicht abreißen. Regelmäßig - und nicht nur aus Anlass von Wahlkämpfen - organisierte er mit seiner Abteilung Informationsstände auf dem Ladiusmarkt. Er organisierte auch immer wieder zu besonderen Anlässen die von Winfried Greschke “erfundene” ebenfalls legendäre “Rote (Fahrrad-)Schlange”, die sich dann geschmückt mit SPD-Emblemen und Aufmerksamkeit weckend durch den Bezirk schlängelte, und mit ihm konnte über zwei Jahrzehnte das Sommerfest der Abteilung auf dem Marktplatz gefeiert werden. Besonders wichtig war ihm - mit Erfolg - die Förderung junger Mitglieder, an denen wir ja durchaus Mangel haben.
Sein stets freundliches, offenes und ausgeglichenes Wesen trug wesentlich zum Zusammenhalt seiner Abteilung bei und machte ihn im ganzen Kreis zu einem beliebten Genossen (auch wenn nicht alle immer seine politischen Auffassungen geteilt haben mögen). Über viele Jahre hinweg gehörte er verantwortlich der Redaktion des Mitgliederinformationsblattes “Wir Zehlendorfer” an und machte selbstverständlich nach der Fusion mit Steglitz beim nunmehr neu benannten Blatt “Südwestwind” weiter mit.
Ein großer Dank gilt seiner Frau Regina, die ihm den nötigen Freiraum für seine vielfältigen politischen Aktivitäten ließ, und der es nicht gegönnt ist, einige Jahre im Ruhestand gemeinsam mit Michael verleben zu können.
Dass er am Steglitzer Fichtenberg-Gymnasium ein guter, seinen Beruf liebender Lehrer war, kann hier nur am Rande vermerkt werden.
Seine Herzlichkeit, sein Lachen, seine selbstverständliche Hilfsbereitschaft, sein Ideenreichtum und seine organisatorischen Fähigkeiten leben nur noch in der Erinnerung derer fort, die ihn kannten und mochten. Die SPD kann nur dankbar sein für aktive Mitglieder wie Michael und wird sich seiner hoffentlich lange erinnern.
Holger Hübner