Miethke, Wilhelm

Geschichte: Personen L-Z

Wilhelm Miethke

*: 28.08.1869 Groß- Ziethen, Kreis Teltow
†: 24.02.1956

Wilhelm Miethke trat 1894 offiziell in die SPD ein, für die er schon acht Jahre gewirkt hatte. Nachdem das Kaiserreich zusammenbrach, wurde Wilhelm Miethke Parteisekretär, Bezirksverordneter, Provinzial-Landtagsabgeordneter und Fürsorger im Bezirk Prenzlauer-Berg. Nach der Neugründung der SPD (1945) stellte er sich der Partei im Alter von 76 Jahren zur Verfügung und wirkte beim Wiederaufbau des Bezirks Prenzlauer-Berg mit.


Wilhelm Miethke †

Mit Wilhelm Miethke, der am 24.02.1956 im 87.Lebensjahr verstorben ist, trägt man einen Mann zu Grabe, der ein Stück Geschichte der deutschen und Berliner Arbeiterbewegung verkörperte. Sein Lebens- und Leidensweg kann stellvertretend für Zehntausende deutscher Arbeiter gelten.

Am 28.Augst 1869 in Groß- Ziethen, Kreis Teltow, geboren verlor er mit neun Jahren seinen Vater, so dass die Mutter für die sechs Kinder allein aufkommen musste.

Nach dem Zusammenbruchs des Kaiserreiches war er Parteisekretär, Provinzial-Landtagsabgeordneter, Bezirksverordneter und als Fürsorger im Bezirk Prenzlauer-Berg tätig.

Maßgeblich war sein Anteil auch bei der Schaffung weltlicher Schulen. Von den Nazis 1933 gemaßregelt, konnte auch er im Verborgenen wirken, um sich nach dem Zusammenbruch 1945 als 76-jähriger der SPD wieder zur Verfügung zu stellen und im Bezirksamt Prenzlauer-Berg am Wiederaufbau mitzuwirken.

Sein Wirken wurde in einer Trauerfeier gestern Nachmittag im Krematorium Gerichtstraße noch einmal lebendig. Freunde würdigten sein Lebenswerk. Franz Neumann brachte als Dank des Landesverbandes Berlin zum Ausdruck.

(aus der BERLINER STIMME vom 03.03.1956)

Recherche: Onur Özturan