Leber, Annedore

Geschichte: Personen L-Z

Annedore Leber

Annedore Leber
 

geb. 18.3.1904 Berlin, geb. Rosenthal 
gest. 28.10.1968 Berlin
Schneiderin, Widerstandskämpferin
zwei Kinder (Katharina und Matthias)
Grabstelle: Waldfriedhof Zehlendorf, Abt. XVI W 701-702

Ihr Vater war Direktor des berühmten Lübecker Gymnasiums Katharineum. Durch Hauslehrerunterricht bereitete sie sich auf das Abitur vor, studierte fünf Semester Jura, brach das Studium ab, um eine Schneiderlehre zu absolvieren. SPD-Mitglied seit 1927, Heirat im selben Jahr  mit dem SPD-Reichstagsabgeordneten Julius Leber . Julius Leber wurde bereits 1933 in "Schutzhaft"  genommen und war lange Zeit im KZ inhaftiert. 1935 siedelte Annedore Leber von Lübeck nach Berlin über, weil absehbar war, dass Julius Leber nicht nach Lübeck würde zurückkehren können.  Im Mai 1937 wurde Julius Leber aus dem KZ Sachsenhausen entlassen. Beide engagierten sich im Widerstand an der Vorbereitung des Attentats vom 20. Juli 1944.

Nach dem Scheitern des Hitler-Attentats am 20. Juli wurde sie im August 1944 verhaftet  und bis Ende September in der Strafanstalt Moabit inhaftiert. Julius Leber wurde zum Tode verurteilt und am 5.1.1945 hingerichtet.  Annedore Leber blieb mit den Kindern in Berlin. Im Oktober 1945 übernahm sie die Leitung des Frauensekretariats beim Zentralausschuss der SPD, trat jedoch im Februar 1946 zurück, um für die Urabstimmung zu kämpfen. 1946-1950 Stadtverordnete, Lizenträgerin der Berliner Tageszeitung "Telegraf".

Werke: Den Toten Immer Lebendigen Freunden - Eine Erinnerung zum 20. Juli 1944, o.O., o.J.; Das Gewissen steht auf, Berlin, Frankfurt/M 1954; Für und Wider - Entscheidungen in Deutschland 1918 - 1945, 1961; Das Gewissen entscheidet, Berlin, Frankfurt/M 1963

Recherche: U. Horb