Köhler, Bodo

Geschichte: Personen A-K

Bodo Köhler


Bodo Eberhard Köhler
29.10.1928 – 24.12. 2005

Trauer um Bodo Köhler

Am 5.Januar haben wir Bodo Köhler beerdigt. Viele Genossen aus Zehlendorf und Charlottenburg /Wilmersdorf werden sich seiner erinnern.
Bodo Köhler wurde in Sachsen geboren. Als Zögling der Fürstenschule St. Afra in Meißen musste er mit 16 Jahren in den Krieg ziehen. Mit erfrorenem Bein entfloh er der amerikanischen Krieggefangenschaft. Mit 22 entkam er nach etlichen Flugblattaktionen gegen die gewissenlos-stalinistische Diktatur der DDR - Einheitspartei nach West – Berlin und studierte an der FU Religionswissenschaften. Als Leiter des „Hauses der Zukunft“ unterrichtete er die aus Westdeutschland kommenden Schulklassen über die politischen Gegebenheit aus der Vergangenheit und Gegenwart. Und dann nach dem Mauerbau organisierte er eine nichtkommerzielle Fluchthilfe. Aktivitäten, die der Vergessenheit anheim fallen, wenn die Zeitzeugen nicht mehr unter uns sind. Egon Bahr holte Bodo Köhler ins Schöneberger Rathaus, wo er Redenschreiber des Regierenden Bürgermeisters Klaus Schütz wurde.
Politisch spektakulär war sein Beitrag zu der Rede von Klaus Schütz zur
Oder – Neiße – Grenze von 1969. Bodo Köhler arbeitete für die Berliner Gedenkstätten und kümmerte sich nach dem Mauerfall im Roten Rathaus um das Programm für jüdische Emigranten, die noch einmal in ihre Heimatstadt eingeladen wurden.
Bodo Köhler wird uns als einen Mensch in Erinnerung bleiben, der tief in die Geschichte eingetaucht ist, der es immer vermied überheblich oder elitär zu wirken. Bodo Köhler war verlässlich und treu sich selbst und uns gegenüber.

Berliner Stimme 2-2006

(Diese Ausführungen fußen auf der Trauerrede von Herrn Professor Klaus Heinrich am 5.01.2006 . G.S-D Abt. VII/ 8 Charlottenburg / Wilmersdorf )