Hübner, Prof. Dr. Peter

Geschichte: Personen A-K

Prof. Dr. Peter Hübner

Prof. Dr. Peter Hübner
 

Der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Peter Hübner ist am 11. April 2002 im Klinikum Benjamin Franklin an den Folgen einer kardiologischen Operation verstorben. Der Sozialdemokrat und langjährige Vorsitzende des Fachausschusses "Stadt des Wissens" hat die bildungspolitische Debatte in der Berliner SPD und in der Stadt wesentlich mitbestimmt.


Nachruf der Freien Universität Berlin

Die Freie Universität trauert um Prof. Peter Hübner. Am gestrigen Donnerstag, den 11. April 2002, ist der bekannte Bildungssoziologe Prof. Dr. Peter Hübner vom Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin unerwartet im Alter von 66 Jahren verstorben. Prof. Hübner war einer der ersten Bildungsforscher, die mit empirischen Verfahren Bedingungen und Strukturen des Bildungs-wesens in Deutschland untersuchte. Seine fachlichen Kompetenzen brachte er über Jahrzehnte in die praktische Politikberatung und auch in die akademische Selbstverwaltung ein. Über zwei Jahrzehnte war er eines der profiliertesten Mitglieder des Akademischen Senats der Freien Universität Berlin und gehörte von 1981 bis 1988 als Vizepräsident der Leitung der Freien Universität Berlin an.
Peter Hübner, geb. am 5.10.1935 in Berlin, leitete von 1970 bis 1973 das Pädagogische Zentrum Berlin. Von 1971 bis 1975 war er Mitglied der Bildungskommission des Deutschen Bil-dungsrates. 1973 nahm er einen Ruf auf die Professur für Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Berlin an. 1980 wechselte er mit der Auflösung der Pädagogischen Hochschule an die Freie Universität. Seit 1994 war Prof. Hübner Mitglied der DFG-Forschergruppe "Bildung und Schule im Transformationsprozess von SBZ, DDR und den neuen Ländern".
Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Tätigkeit waren Bildungssoziologie und Schulentwicklungsforschung, Bildungspolitik und Schulberatung, Soziologie des Bildungswesens, Sozialisationsprozesse in der Schule sowie Organisation und Verwaltung im Bildungswesen.
Außerhalb der Freien Universität Berlin hat Prof. Hübner in zahlreichen wissenschaftlichen Beratungsgremien zur Schul- und Hochschulpolitik mitgewirkt und dort durch Gutachten und Beiträge wichtige bildungspolitische Weichenstellungen angeregt. Prof. Hübner engagierte sich wie kaum ein anderer Hochschullehrer in der Lehre und übernahm in außergewöhnli-chem Maße Prüfungs- und Betreuungspflichten für den akademischen Nachwuchs.

Nachruf des Wissenschaftssenators

Zum plötzlichen und unerwarteten Tod des bekannten Soziologen der FU Berlin erklärt Wissenschaftssenator Dr. Thomas Flierl: „Peter Hübner war das Gegenteil von einem Wissenschaftler, der zurückgezogen im Elfenbeinturm lebte. Mit seinen begründeten Positionen und seiner hohen Kompetenz in der empirischen Bildungsforschung war er jemand, der großen Einfluss auf schul- und hochschulpolitische Diskurse in der Stadt genommen hat.
Die FU Berlin verliert mit ihm nicht nur einen ehemaligen Vizepräsidenten und ein langjähriges Mitglied im akademischen Senat, sondern eine zentrale Integrationsfigur. Peter Hübner hat es stets verstanden, auch bei wiederstreitenden Interessen in der Hochschulpolitik, sachbezogene Lösungen zu formulieren. Peter Hübner prägte die Berliner Schul- und Hochschulpolitik nicht zuletzt deshalb, weil er sich unbeirrt für Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit an der Hochschule eingesetzt hat.
Prof. Dr. Peter Hübner war als Leiter des Pädagogischen Zentrums maßgeblich daran beteiligt, die Integration der pädagogischen Hochschule in die Universitäten voranzutreiben. Er war bei Studierenden ein beliebter Hochschullehrer, der Lehrerbildung immer eng an der sich wandelnden Wirklichkeit von Schule und deren Herausforderungen ausgerichtet hat. Sie verlieren mit ihm einen Ansprechpartner und Mentor, der es wie kaum ein anderer in Berlin verstand, Forschung und Lehre in Einklang zu bringen.“
Landespressedienst Mitteilung vom: 16.04.2002, 13:15 Uhr