Herz, Hanns-Peter

Geschichte: Personen A-K

Hanns-Peter Herz

Hanns-Peter Herz
 

geb. 21. Juni 1927, gest. 1.9. 2012

 

„Im Vordergrund seines Handelns stand wohl stets die praktische Arbeit. Der Versuch, das Mögliche zu tun. Nicht per Theorie die Welt zu interpretieren, sondern sie - und sei es mit noch so kleinen Schritten - zu verändern.“ So gratulierte die BERLINER STIMME 1997 Hanns-Peter Herz zu seinem 70. Geburtstag. Im Alter von 85 Jahren ist er jetzt am 1. September verstorben.
Der Neuköllner Sozialdemokrat wurde am 21. Juni 1927 geboren, er wuchs in der Hufeisensiedlung auf, dort war er später lange Jahre Abteilungsvorsitzender. Er war bei den großen Festen seiner Abteilung dabei, er sorgte für menschlichen Zusammenhalt, für das Miteinander, auch generationsübergreifend.
Auf seine Weise wird er damit wohl auch die Erfahrungen seiner Jugend bewältigt haben. Vom Gymnasium war er „wegen nicht-arischer Abstammung“ entfernt worden. Im letzten Kriegsjahr wurde der 17jährige noch zur Organisation Todt zwangsverpflichtet. Nach dem Krieg konnte er studieren, zunächst an der Humboldt-Universität, dann an der Freien Universität.
Sein Vater Hans Herz war im Nachkriegs- Berlin Sprecher des Berliner Oberbürgermeisters Arthur Werner und bis 1950 Chefredakteur und politischer Direktor des RIAS. Hanns-Peter Herz begann seine journalistische Tätigkeit 1950 ebenfalls beim RIAS, 16 Jahre lang war er Redakteur in verschiedenen Abteilungen und leitete unter anderem das innen- und das ostpolitische Ressort.
1966 holte ihn Willy Brandt als Berliner Senatssprecher, eine neue spannende Arbeit in einer unruhigen Zeit begann. Ab 1973 war er bis zum Rücktritt von Klaus Schütz als Regierender Bürgermeister Chef der Senatskanzlei. Danach wurde er Bezirksstadtrat in Neukölln und stellvertretender Bürgermeister.
.“Mit dem Tod von Hanns-Peter Herz ist eine gewichtige Stimme Berlins verstummt“, so Klaus Wowereit. „Er hat als Journalist beim RIAS, als langjähriger Senatssprecher und als Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin maßgeblichen Anteil am Freiheitskampf der Berlinerinnen und Berliner im Westteil der Stadt gehabt. Auch als Vorsitzender des Berliner Journalistenverbandes und der Stiftung Luftbrückendank hat er sich bleibende Verdienste erworben.“ Für seinen Einsatz um seine Heimatstadt wurde ihm 1994 der Verdienstorden des Landes Berlin verliehen.

(aus: BERLINER STIMME 17-2012 vom 15.9.2012)