Henke, Alfred

Geschichte: Personen A-K

Alfred Henke

*: 1. März 1868 in Altona
†: 19.02.1946

Alfred Henke war seit Mitte der 1890er Jahre Mitglied der SPD, wechselte 1917 zur USPD und fand nach der Wiedervereinigung der sozialdemokratischen Parteien zur SPD zurück.

Ab  1907 war er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, 1907 bis 1918 für Bremen im Reichstag, 1918/19 aktiv in der Bremer Räterepublik, 1919/20in der Weimarer Nationalversammlung und von 1929 bis 1932

Reichstagsabgeordneter.

An seiner „Bremer Bürger-Zeitung“ arbeiteten Franz Mehring, Rosa Luxemburg, Radek, Pannekoek, und Henriette Roland- Holst. Danach ging er nach Berlin und wirkte fast zehn Jahre lang als Zweiter Bürgermeister von Reinickendorf bis 1933.

Alfred Henke lebte in einem Häuschen in Heiligensee, in der Spiesser Gasse, davor in Tegel in der Marzahnstr. Er hatte fünf Kinder: Alfred, Erich, Gertrud, Edith und eine Tochter aus erster Ehe Eleonore, die in der damaligen Sowjetunion Leonid Schwalbe heiratete.



Alfred Henke
( aus der BERLINER STIMME vom 04.02.1956)

Am 19. Februar jährt sich zum zehnten Male der Todestag von Alfred Henke, dem Reichtagsabgeordnetem für die Hansestadt Bremen in der Weimar Republik. Zunächst hatte sich Henke zu den unabhängigen bekannt, nach der Vereinigung dann zur alten Sozialdemokratischen Partei.
Seine „Bremer Bürger-Zeitung“ war ungeachtet ihres Namens ein Kampfblatt für die äußerste Linke, an dem Franz Mehring und Rosa Luxemburg, Radek, Pannekoek und Henriette Roland- Holst mitarbeiteten.
Als diese Periode auslief, ging Henke nach Berlin und wirkte ungefähr ein Jahrzehnt als zweiter Bürgermeister von Reinickendorf bis 1933. Die Nazizeit überdauerte er in seinem Häuschen in Tegel. Sein Tod fiel in die Wirren der ersten Nachkriegszeit und kann deshalb nur einen Teil seiner Gesinnungsfreunde zur Kenntnis. Diesen Mangel sollen unsere Erinnerungszeilen ausgleichen.

Recherche: Onur Özturan,  Ergänzungen: Christian Ruschin, Roland Kutzki