Heimann, Gerhard

Geschichte: Personen A-K

Gerhard Heimann

geboren am 12. Februar 1934 in Peine

Glückwunsch zum 70. Geburtstag

Am 12. Februar vollendet Gerhard Heimann sein 70. Lebensjahr. Mehr als dreißig Jahre hat er in Berlin und auf Bundesebene Politik aktiv mitgestaltet. Wie viele Berliner Sozialdemokraten ist er kein geborener Berliner, sondern erblickte 1934 in Peine das Licht der Welt. Schon zum Studium aber zog es ihn nach Berlin. Seit er 1959 - nach Ablegung des 1. Juristischen Staatsexamens - in die SPD eintrat, bekleidete er die unterschiedlichsten Funktionen auf Kreis und Landesebene. Seine politische Heimat war und ist der Kreis Spandau. Hier sammelte er erste kommunalpolitische Erfahrungen in der Bezirksverordnetenversammlung, die ihm in seiner vierjährigen Arbeit im Berliner Abgeordnetenhaus von 1967 bis 1971 zu gute kommen sollten. Mit großem Engagement widmete er sich hier der Bildungs-und Hochschulpolitik, die von ihm entscheidend geprägt wurde. Als Senatsdirektor in der Senatsverwaltung für Wissenschaft und Kunst war er dann in den Jahren 1971 bis 77 in der glücklichen Lage, das, was er in der Legislative initiiert hatte auch in die Praxis umzusetzen. In dieser Zeit setzte er wesentliche kultur- und bildungspolitische Akzente. Aber vor allem reformierte er gemeinsam mit seinem Senator Gerd Löffler die Berliner Universitäts- und Hochschullandschaft und ermöglichte damit breiten Schichten der Bevölkerung gleiche Bildungschancen. Durchdrungen war seine gesamte politische Arbeit aber immer auch von dem ausgeprägten Willen, etwas für die Normalisierung der Beziehungen zwischen West und Ost, zwischen der Bundesrepublik und der DDR und damit auch zwischen West- und Ost-Berlin zu tun.
Mit seinem besonderen Interesse für die Deutschlandpolitik war er die perfekte Besetzung für den Posten des Chefs der Senatskanzlei und des Senators für Bundesangelegenheiten, Ämter die er seit 1977 bzw. 1979 bekleidete. In dieser Zeit entwickelte er auch als Kreisvorsitzender gemeinsam mit den Spandauer Genossinnen und Genossen Initiativen, die die Ostpolitik der SPD mitprägen sollten. Damit verstärkte sich auch sein Einfluß auf die Bundespolitik. Seine Wahl in den Bundestag im Jahre 1983 gab ihm dann auch die Möglichkeit, dort in den Ausschüssen und den Arbeitskreisen der Fraktion sein großes Engagement für die Deutschlandpolitik einzubringen. Hier konnte er erleben wie nicht zuletzt dank der sozialdemokratischen Ostpolitik die Teilung Deutschlands überwunden wurde.
Die knapp bemessene Freizeit wurde nicht nur von der Politik sondern vor allem von Kultur und Kunst bestimmt. In seinem Haus konnten seine politischen Freunde eine breite Palette der Werke zeitgenössischer Künstler kennenlernen, häufig erworben bevor ihnen der künstlerische Durchbruch gelungen war. Aber nicht nur deshalb waren gerade seine Geburtstage ein besonderes Erlebnis. Sie waren es auch, weil sie Gelegenheit boten, die exquisiten Kochkünste der Gastgeber zu genießen. Dabei waren die Speisen häufig delikat gewürzt mit Kräutern, die Gerhard mit seiner Frau Ingrid aus südlichen Ländern von ihren Urlaubsreisen mitgebracht hatten und die nun liebevoll im Wintergarten weitergezogen wurden.

Gerhard Heimanns leidenschaftliches politisches Engagement gepaart mit großer Sachlichkeit sowie überragendem Fachwissen und immer auch mit Wärme und Verständnis für andere hat ihn zu einem Vorbild für viele - nicht nur in der Spandauer SPD - werden lassen. Deshalb ist der Glückwunsch zu seinem 70. Geburtstag von mir und sicher von sehr vielen anderen mit einem herzlichen Dank verbunden.

Wolfgang Behrendt

(aus: Berliner Stimme 3-2004, 6.2.2003)