Hauff, Sigurd

Geschichte: Personen A-K

Sigurd Hauff

Geboren am 24. 07. 1935 in Tübingen
1955 Geschichts-, Germanistik- und Anglistikstudium in Tübingen, in Cleveland, Ohio (USA) und ab 1957 in Berlin
seit 1958 SPD-Mitglied
1963 erstes und 1966 zweites Staatsexamen
ab 1965 Mitglied des Kreisvorstandes Berlin-Kreuzberg
1965 – 1966 Kreisvorsitzender der Jungsozialisten in Berlin-Kreuzberg
1966 – 1976 Landesparteitagsdeligierter
1967 – 1971 Bezirksverordneter in Berlin-Kreuzberg
1967 – 1973 Abteilungsvorsitzender
1968 Studienrat
1970 Oberstudienrat
1972 Studiendirektor
1971 Wahl in das Abgeordnetenhaus von Berlin
1973 Fraktionsvorstand des Abgeordnetenhauses von Berlin
1973 – 1975 stellvertretender Leiter der Walter-Gropius-Gesamtschule in Berlin-Neukölln
1973 – 1976 Vorsitzender im Ständigen Ausschuss für Schulwesen beim Landesvorstand
1973 Mitglied des Fraktionsvorstandes
ab 1981 Volksbildungsstadtrat in Berlin-Spandau
1992 – 1995 Bezirksbürgermeister in Berlin-Spandau
2004 Stadtältester Berlin

Mitgliedschaften u.a.: Europäische Akademie Berlin, Deutsche Comenius-Gesellschaft, GEW im DGB, Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Germanisten-Verband, Fachverband Moderne Fremdsprachen, Gesellschaft Gesamtschule

Recherche: Gilbert Dietrich

 

Verleihung der Stadtältestenwürde

Verleihung der Stadtältestenwürde an Sigurd Hauff durch Klaus Wowereit am 7. Juli 2004

Ich freue mich nun, einen weiteren Berliner würdigen zu dürfen, der sich Verdienste um unsere Stadt erworben hat: Sigurd Hauff.

Schon in jungen Jahren hat sich der gebürtige Schwabe Sigurd Hauff politisch engagiert. Immer ging es ihm ganz konkret und praktisch um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen. Und so wurde aus dem Deutsch- und Englisch-Lehrer, der in den 60er Jahren am Aufbau der ersten Gesamtschule in Neukölln mitwirkte, ein engagierter und hoch geschätzter Kommunalpolitiker. Von 1971 bis 1981 vertrat er Kreuzberg im Berliner Abgeordnetenhaus und von 1981 bis 1995 wirkte Sigurd Hauff in Spandau, zunächst als Volksbildungsstadtrat und schließlich als Bezirksbürgermeister.

Sigurd Hauff war kein Verwalter, sondern ein weit blickender Gestalter. Viele Projekte hat er angeschoben und realisiert, so zum Beispiel die Restaurierung und Etablierung des Gotischen Hauses in der Breiten Straße. Er holte immer wieder Aussteller europäischer Kultur und Geschichte nach Spandau. Er setzte sich für die Wiedereröffnung und Erweiterung des Stadtgeschichtlichen Archivs und des Stadtgeschichtlichen Museums ein, für das Kulturhaus in der Mauerstraße, für den Arbeitskreis Spandauer Künstler mit seinem Atelier im ehemaligen Grenzkontrollgebäude an der Heerstraße und so weiter und so fort.

Sigurd Hauffs Blick reichte immer über die Bezirksgrenzen Spandaus und der Stadt hinaus. Intensiv pflegte er stets die internationalen Kontakte und ein besonderes Augenmerk galt dabei der britischen Schutzmacht. Ihm ging es dabei vor allem um ein freundschaftliches Verhältnis zwischen der Bevölkerung und den britischen Streitkräften.

Mit Weitblick und großem Einsatz hat Sigurd Hauff aber auch früh an den Kontakten zu unseren östlichen Nachbarn gearbeitet. Mittel- und Osteuropa sind ihm ans Herz gewachsen. Er berät Partner in St. Petersburg, in Weißrussland und in Georgien beim Aufbau demokratischer Verwaltungsstrukturen. Und in Sigurd Hauff haben wir einen tat-kräftigen Förderer der Städtepartnerschaft Berlins mit der tschechischen Hauptstadt Prag.

Sigurd Hauff ist auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters ein gefragter Mann und auf vielen Feldern engagiert. Auf so vielen Gebieten, dass er seiner Frau ein Versprechen geben musste: Für jedes neue Amt gibst du ein anderes auf.

Sigurd Hauff hat sich große Verdienste um Spandau, um Berlin und um die internationalen Kontakte unserer Stadt erworben. Ich freue mich sehr, lieber Sigurd Hauff, Sie in Anerkennung Ihrer Verdienste zum Stadtältesten von Berlin ernennen zu dürfen.

Klaus Wowereit