Hampel, Helmut

Geschichte: Personen A-K

Helmut Hampel

geboren am 22. Mai 1936

Zum 70. Geburtstag 2006

Wer hat schon in der Berliner SPD eine Biographie vorzuweisen wie er: geboren 1936, sozialdemokratisches Elternhaus, nach Kriegsende Eintritt in den Sozialistischen Jugendverband "Die Falken"; seit 1953 Mitglied der SPD - und zwar im Ostteil Berlins. Mitglied der AWO seit 1955. Mitglied der IG-Metall seit 1958.
Beruflich war der Kfz-Meister bis 2001 Abteilungsleiter im KIB Pankow, dem Kfz-Instandsetzungs-Betrieb in der Blankenburger Str.,  zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.
Das höchste Amt, das der heutige Rentner innehatte, war von 1990 bis 2001 der Vorsitz der SPD-Fraktion in der Bezirksverordneten-Versammlung in Pankow. Nach der Wende war er stellv. SPD Kreisvorsitzender in Pankow. In den letzten Jahren arbeitet er als führendes Mitglied der AG 60plus in Pankow.
Höhepunkt in seiner "Parteikarriere" war 2003 die persönliche Überreichung der Ehrenurkunde. und der goldenen Ehrennadel für seine 50jährige Mitgliedschaft in der SPD, beim Festakt zum 140. Gründungstag der SPD, durch den damaligen Bundeskanzler und Parteivorsitzenden, Gerhard Schröder
Helmut Hampel und der IM aus West-Berlin
Nach dem Mauerbau beschloss der SPD-Vorstand die Kreisbüros in Ost-Berlin zu schließen. Die Mitglieder wurden jetzt aus West-Berlin betreut. Auch Helmut Hampel aus Pankow bekam bis 1989 persönlich Besuch und zu Weihnachten immer ein Paket. Sie wurden zwar zentral von der SPD verschickt. Absender war aber immer die Privatanschrift eines Genossen.
Verschiedene Parteifreunde kümmerten sich um ihn. Die Unterstützung hatte nicht nur positive Seiten: In seiner Stasi-Akte fand Hampel viele Berichte des IM "Plato", eines seiner Betreuer aus West-Berlin. Einmal saß "Plato" bei ihm auf dem Sofa und schimpfte über die angeblich schiefe Schrankwand. "Mensch", habe der Gast gerufen, "ich reparier' dir das!" Nach der Wende fand Hampel dort eine Wanze.
Helmut Hampel und das Schloss
Insbesondere das Barockschlösschen Niederschönhausen hat es ihm angetan. Als Ort des "Zentralen Runden Tisches" und der "Zwei-plus-Vier-Gespräche", die die deutsche Wiedervereinigung vorbereiteten, spielte Schönhausen in der jüngeren Vergangenheit eine historische Rolle.
Im 18. Jahrhundert befand sich das Schloss im Besitz der Gemahlin König Friedrichs II.. Aus dieser Zeit haben sich bedeutende Teile der originalen Ausstattung erhalten. Seit mehreren Jahren engagiert sich Helmut Hampel in den Pankower Heimatvereinen. Zurzeit ist er Sprecher des Vereins "Für Pankow e.V.", dessen Mitglied er seit 1998 ist. 2009 soll das Schloss als Museum eröffnet werden.
Joachim Biller


(aus: Berliner Stimme, 11-12/2006 vom 27. Mai 2006)


im Video: "Trügerische Freundschaft" - Helmut Hampel über Bespitzelung in der DDR bei "Gedächtnis der Nation"

im Video: "Privat- und Planwirtschaft" - Helmut Hampel über Wirtschaft und Arbeit in der DDR.