Guhlke, Jochen

Geschichte: Personen A-K

Jochen Guhlke

Geb. 8.11.1940 in Babelsberg.
Seit 1970 gehört Jochen der SPD an und ist seitdem aktiv im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Selbst in den Zeiten heftiger Flügelkämpfe in unserer Partei bewahrte er sich die Freiheit des Denkens und Handelns und blieb ausschließlich und konsequent den Grundsätzen und Ideen der Sozialdemokratie verpflichtet.
Er war fast 20 Jahre lang in Stegliz u.a. Abteilungsvorsitzender, stellv. Kreisvorsitzender, zwei Wahlperioden lang Mitglied der BVV und Vorsitzender im Jugendhilfeausschuss, Kandidat für Abgeordnetenhaus und Bezirksstadtrat in Steglitz. Sein untrügliches politisches Gespür für das Notwendige und Machbare war und ist noch heute für viele unverzichtbar.
Aus hoch achtenswerten persönlichen Gründen musste er alle politischen Ambitionen ab 1998 plötzlich aufgeben. Seit 2005 ist er wieder aktiv in Steglitz-Zehlendorf. Als Mitglied des Vorstandes seiner Abt. Krumme Lanke und als stellv. Vorsitzender der AG 60 plus ist er wichtiger Rat- und Impulsgeber mit großem Engagement. Besonders die Förderung des politischen Nachwuchses liegt ihm am Herzen, aber auch die Teilhabe der älteren Menschen in unserer Gesellschaft. Sein Engagement in der AG 60 plus, in der Bezirklichen Seniorenvertretung und bei Seniorensprechstunden hat aus dem Experten für Schulfragen auch einen für Seniorenbelange werden lassen.
So, wie er sich stets selbst treu bleibt, fair, geradlinig und unbeugsam, fordert er auch von anderen die Einhaltung der gemeinsam definierten Ziele ein. So mancher Genosse, manche Genossin, die sich mit Austrittsgedanken getragen haben, blieben seinetwegen in der Partei. Obwohl eher ruhig und zurückhaltend, setzt er sich leidenschaftlich ein für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Er weiß, wovon er redet. Seine nach dem Krieg alleinerziehende Mutter hat ihm den Besuch des Gymnasiums ermöglicht, aber schon während der Schulzeit und dem Lehrerstudium verdiente er sich seinen Lebensunterhalt, indem er tags lernte und nachts als Pianist in anerkannten Jazzbands der Stadt spielte.
Jochen hat seit den siebziger Jahren als Aktiver in der GEW, in der Lehrerbildung, im Landesschulbeirat als Beiratsvorsitzender für die Grundschulen, als Fachbuchautor und im Lehrerpersonalrat Ideen mit entwickelt und umgesetzt, die heute Standard in guten Schulen sind, z.B. gemeinsame Unterrichtung von behinderten und nicht behinderten Kindern, binnendifferenzierter Unterricht, jahrgangsübergreifende Klassen. Auch durch seine Ernennung zum Schulleiter der fortschrittlichen Paul Klee Grundschule in Tempelhof 1987 durch den damaligen Stadtrat Klaus Wowereit konnte er mitwirken an der Weiterentwicklung zeitgemäßer pädagogischer Ideen in der Grundschule.
In der Bezirkspolitik entwickelte Jochen bereits vor Jahrzehnten konkrete Gedanken und vorausschauende Ziele, die noch heute hoch aktuell sind. Sein besonderes Engagement galt seinerzeit dem Aufbau von Aids-Beratungsstellen, aber die Liste der von ihm gesetzten Impulse und Planungen ist lang.
Jochen wird nicht nur von den Jüngeren als Vorbild und Ratgeber geschätzt. Auch die AG 60 plus profitiert von seinem schier unerschöpflichen Reservoire an Wissen, Erfahrung und Zukunftsideen und seiner zuverlässigen Mitarbeit.
Ingrid Reimann