Graeff, Heinz

Geschichte: Personen A-K

Heinz Graeff

Heinz Graeff Porträt
 

Am 11. März 2009 verstarb im 93. Lebensjahr Heinz Graeff. Er war ein aufrechter, gradliniger und vorbildlicher Sozialdemokrat. Für zwei Wahlperioden, von 1971 bis 1979, war er Sozialstadtrat in Schöneberg.


Während seiner Amtszeit wurde eine größere Anzahl von Bauvorhaben geplant und umgesetzt: Die Senioren-Wohnhäuser in der Arnulfstraße, Kurfürstenstraße, Bülowstraße und Winterfeldtstraße. Und die Ausstattung der Obdachlosenunterkünfte in der Egelingzeile, der Katzlerstraße und der Großgörschenstraße wurde umfassend verbessert. Auch die Planung für die Seniorenfreizeitstätte in der Friedenauer Stierstraße wurde in Angriff genommen. Seniorenfreizeitstätten waren ihm ein besonderes Anliegen. Tief enttäuscht war er, dass sein Nachfolger in der SPD sich nicht für das Sozialressort entschied.
Er gehörte zu den Menschen, die keine Konflikte schaffen, sondern versuchen, Konflikte zu lösen. Der Mensch stand bei ihm im Vordergrund, besonders auch der junge Mensch. So hat er immer die Arbeit der Falken besonders gefördert und unterstützt.
Als in den 70er Jahren der Senat dazu aufrief, dass gutverdienende Bürger/innen ihre Sozialwohnungen für weniger Begüterte zur Verfügung stellen sollten, gab er ohne zu zögern seine Genossenschaftswohnung im Lindenhof auf. Aber es blieb immer ein wenig Heimweh nach der familiären Atmosphäre im Lindenhof. Besonders engagierte er sich auch in der Abt. Lindenhof der AWO, deren Mitglied er 59 Jahre war. Die dortige Seniorenfreizeitstätte geht ebenfalls mit auf seine Initiative zurück.
Tief geprägt hatte ihn die Kriegszeit. Er wurde bereits 1939 eingezogen, nahm 1945 noch an den Kämpfen um die Seelower Höhen vor Berlin teil und kam für viele Jahre in russische Kriegsgefangenschaft.
Heinz Graeff hinterlässt seine 92jährige Frau Hildegard (Hilla) und eine Tochter. Seine Beisetzung findet am Donnerstag, dem 23. April 2009, um 11 Uhr auf dem Städt. Friedhof Zehlendorf, Onkel-Tom-Str. 30, 14169 Berlin, statt.
Eva Liebchen / Rainer Thamm

(in: Berliner Stimme 6/7-2009 vom 4. April 2009)