Gossing, Käthe

Geschichte: Personen A-K

Käthe Gossing

ist am 1.9.1906 in Insterburg, ehemals Ostpreußen heute Russland geboren und 1993 in Berlin gestorben.
Sie ist 1920 in die Sozialistische Arbeiterjungen (SAJ) und 1922 in die SPD eingetreten.1946 wurde Käthe Gossing Frauensekretärin der SPD in Kreuzberg, im August 1946 ist sie als Landesparteitagsdelegierte aufgestellt worden und von Oktober 1946 bis Dezember 1950 sowie März 1967 bis März 1971 war sie Mitglied der BVV.
Käthe Gossing hat über 60 Jahre im Berliner Bezirk Kreuzberg gearbeitet und gelebt. In ihrer beruflichen Laufbahn war sie auch zeitweilig hauptamtlich für die Jungsozialisten tätig.
Vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte sie beim Ullstein-Verlag gearbeitet. Nach der sog. „Arisierung“ des Verlages durch die braunen Machthaber bekam sie eine Anstellung bei der Rheinischen Zeitung. Da sie diese Tätigkeit ohne Versicherungsausweis ausübte, minderte dies ihre späteren Rentenansprüche. Käthe nutzte ihre journalistische Arbeit zur Nachrichtenbeschaffung und – weitergabe für die illegale Arbeit.
Beim ersten Treffen der Mitglieder und Funktionäre der Berliner SPD nach dem Krieg am 17.6.45 war Käthe auch wieder dabei und beteiligte sich an der Neugründung der 40. später 2. Abteilung. Am 24. Juni 1945 lud die Kreuzberger SPD zu ihrer ersten offiziellen Versammlung ein. An diesem Tag wurde der neue Vorstand gewählt und Käthe zu einer der vier hauptamtlichen Sekretäre bestimmt. Während ihrer langjährigen Mitarbeit in der BVV hatte sie sich für den Bereich Frauen, Jugend und Soziales spezialisiert. Noch mit 80 Jahren war sie Kassiererin. Über 70 Jahre war sie der SPD verbunden und hat sich für die Partei engagiert.

Karin Müller

Quelle: Bettina Michalski, Louise Schroeders Schwestern, 1996, S. 111 f.