Ein Politisches Leben

Geschichte: Personen A-K

Ein politisches Leben

Am 1. Januar 1934 wurde Alfred Gleitze in Berlin geboren. Nachdem seine Familie 1949 aus dem Ostberliner Treptow ins Westberliner Steglitz zog, wurde Alfred Gleitze bald Mitglied der Falken (Sozialistische Jugend Deutschland). Hier spielte er auch am antimilitaristischen Kabarett Die Zivilisten. Bald wurde er der Kreisvorsitzende der Steglitzer Falken und von 1965  bis 1969 führte er den gesamten Landesverband Berlin. In dieser Funktion organisierte Alfred Gleitze die berühmten Groß-Zeltlager und die Gedenkstättenfahrten zu den Vernichtungslagern der Nazis und konnte sich so für die Aussöhnung mit der Jugend der ehemaligen sozialistischen Länder einsetzen. Es gelang sogar, Jugendliche der damaligen CSSR an den Fahrten in die westlichen Sommerlager zu beteiligen und so erste Beiträge zu einer späteren Entspannungspolitik zu leisten.

Bereits 1954 trat Alfred Gleitze der SPD und 1959 der ÖTV bei. An der Freien Universität Berlin und der Universität Freiburg im Breisgau hatte Alfred Gleitze Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studiert. Seine "eigentlichen politischen Lehrjahre", so Alfred Gleitze in einem Interview der Berliner Stimme (14. 01. 2004, siehe unten), absolvierte er als Leiter der Pressestelle beim Bezirksamt Berlin-Kreuzberg zwischen 1959 und 1965 unter dem damaligen Bürgermeister Willy Kressmann. 1969 wurde Alfred Gleitze Bezirksstadtrat für Jugend und Sport in Schöneberg. Zwischen 1971 und 1975 war er Schöneberger Bezirksbürgermeister. Die nächsten zehn Jahre betätigte er sich in Schöneberg als Stadtrat für Finanzen und Wirtschaft. Bis 2001 war Alfred Gleitze in der Bezirksverordnetenversammlung aktiv, der er seit 1965 angehörte.

Eine lange Liste von Mitgliedschaften in Vereinen und Hilfsorganisationen zeugt vom umfangreichen Engagement Alfred Gleitzes. Er war Mitglied der Internationalen Liga der Menschenrechte, des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland, Ehrenmitglied des Berliner Rugby Clubs und Fördermitglied von Greenpeace, um nur wenige Institutionen zu nennen. Außerdem war Alfred Gleitze 1969 und 1970 Geschworener beim Landgericht Berlin, wo er von 2001 bis 2004 wieder als Schöffe tätig war. Alfred Gleitze starb am 27. August 2004 in Berlin.

Gilbert Dietrich (August 2004)