Feilke, Dora

Geschichte: Personen A-K

Dora Feilke

geboren Mai 1906

gest. ??

1964 gab es in der „Berliner Stimme“ eine Spalte, die hieß „Wir stellen vor“. Vorgestellt wurde damals auch ihr Mann, der Neuköllner Kreiskassierer Kurt Feilke, der so die BS damals, „von seiner Frau Dora tatkräftig unterstützt“ wurde.
Die beiden gelernten Buchhalter hatten sich die Kassiererarbeit damals redlich geteilt. Und auch als ihr Mann 1978 starb, hat sie seine Nachfolger tatkräftig unterstützt. Und sie würde heute auch noch häufiger zu Sitzungen und Veranstaltungen des Kreises kommen, wenn sie sich keine Sorgen um den Heimweg machen müsste. „Abends durch die einsame Gegend in Rudow, das ist mir nichts“.
Im Mai 1982 ist sie 76 Jahre alte geworden, aber sie hat immer ein sportliches Leben geführt und fühlt sich durchaus noch vital. „1918 hat mich mein Vater bei den Freien Schwimmern Neukölln angemeldet.“ Das war ein Arbeitersportverein in sozialdemokratischer Tradition. Und als Ruderin gehörte sie – wie auch ihr Mann – der „Freien Turnergemeinschaft Groß-Berlin“ an. Er gehörte seit 1924 der SPD an, so gab es keinen Bruch: Ihr Vater hatte sie als Kind zu den Mitgliederversammlungen mitgenommen, später kannte sie die SPD durch ihren Mann. „Ich selbst bin erst nach dem Krieg eingetreten“, sagt sie.
„Ich ging damals als Schulsekretärin, Kurt war beim Bezirksamt beschäftigt. Einer allein hat es damals gar nicht geschafft.“ Trotz aller Mühe haben die beiden aber auch Zeit für alle möglichen Ehrenämter gefunden. Aktiv waren sie im Schwimmverein, in der Partei. Aber Dora Feilke war daneben auch lange Jahre Jugendschöffin und Bürgerdeputierte im Gesundheitsausschuss.
Heute ist sie in ihrer Abteilung, der 14. in Rudow, Beisitzerin für Seniorenfragen und ist mit dabei, wenn alle vier Wochen ein Seniorennachmittag selbst organisiert wird. Auch Kreisdelegiertenversammlungen versäumt sie nicht: als Mitglied der Mandatsprüfungskommission ist sie immer dabei. Und auch die Verbindung zu den anderen Mitstreitern aus der Arbeitersportbewegung ist noch nicht abgebrochen. Zum bundesweiten Treffen fährt sie demnächst nach Saarbrücken. „Aber wir waren einmal über 5000 Arbeitersportler in Berlin. Ganze fünf fahren jetzt noch zu den Treffen.“

Ulrich Horb

aus: Berliner Stimme, 18.9.1982