Kurt Exner

Geschichte: Personen A-K

Kurt Exner

geb. 15. Mai 1901,

gest. 12. November 1996.

 

Am 15. Mai 2001 wäre Kurt Exner 100 Jahre alt geworden. Aber "95 is ooch schon janz ordentlich!", hätte er sicher gesagt, meint der heutige Kreisvorsitzende der Neuköllner SPD, Frank Bielka, wenn er sich an Kurt Exner erinnert. 1996 ist Kurt Exner gestorben, nach einem ereignisreichen politischen Leben, wie es heute kaum noch vorstellbar ist:

Gleich nach dem Ersten Weltkrieg tritt Kurt Exner in die SPD ein, engagiert sich in der Gewerkschaft. Wird 1926 hauptamtlicher Sekretär im Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Wirkt schon 1929 in der BVV Neukölln.

Nach einer Zwangspause während des Hitlerregimes wählt man Kurt Exner 1946 zum Bezirksbürgermeister von Prenzlauer Berg, wo er sich bald mit der sowjetischen Militäradministration überwirft und nach Neukölln wechseln muss. Auch hier schätzt man seine Qualitäten: 1949 wird er Bürgermeister des Bezirkes, in dem er bereits vor der NS-Zeit Vorsitzender der damals größten SPD-Abteilung (im heutigen Reuter-Kiez) war.

Kurt Exners direktes Wirken für Neukölln endet nach einer Anekdote inmitten einer Bezirksamtssitzung: Willy Brandt, Regierender Bürgermeister von Berlin, telefoniert 1959 in die Sitzung hinein und dient ihm das Amt eines Senators für Arbeit und Soziales an. Exner akzeptiert. Und macht sich um "die kleinen Leute" verdient, als er 1961 bei Konrad Adenauer erreicht, dass die "Berlinzulage" nicht als Steuerermäßigung, sondern als Lohnaufschlag gewährt wird und damit auch Arbeitern in Niedriglohngruppen zukommt.

1967 beendet Kurt Exner aus gesundheitlichen Gründen seine Regierungstätigkeit, scheidet 1971 aus dem Abgeordnetenhaus. Am 12.11.96 stirbt er.

Kurt Exner, in Verantwortung für Neukölln in echten Mangeljahren, hat sich im hohen Alter über die Klagen nach der Vereinigung Deutschlands noch oft gewundert: "Kinder, ihr habt vielleicht Sorgen!", war einer seiner liebsten Kommentare bei Besuchen von Parteitagen, weiß Frank Bielka zu berichten, für den Exners Politik ein "unerschöpflicher Fundus" war.