Etzkorn, Erwin

Geschichte: Personen A-K

Erwin Etzkorn

geb. 27. Februar 1912

 gest. 7.3.2007

 

Zum 90. Geburtstag

Als letztes noch lebendes Mitglied der ersten Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung feierte Erwin Etzkorn im Februar 2002 seinen 90. Geburtstag.
Am 27. Februar 1912 wurde Erwin Etzkorn geboren. Aus einer sozialdemokratischen Familie stammend - schon der Vater war Redakteur beim "Vorwärts" - wurde er 1928 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), zwei Jahre später trat er in die SPD ein. Erwin Etzkorn erlernte den Beruf des Grafikers. In den 30er Jahren spielte er im politischen Kabarett "Die rote Ratte", das sich insbesondere mit den Nazis und deren Kriegsgelüsten auseinander setzte.
Nach Krieg und Gefangenschaft engagierte sich Erwin Etzkorn sofort in der wiedergegründeten SPD und beim schweren Wiederaufbau Neuköllns. Bei den ersten freien Wahlen 1946 wurde er in die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung gewählt. Beruflich war er als freiberuflicher Maler, Grafiker und Fotograf tätig, später wurde er Lehrer und Rektor der Grundschule am Richardplatz, danach bis zu seiner Pensionierung1974 Leiter einer Weddinger Grundschule.
1959 wurde Erwin Etzkorn zum Bezirksverordnetenvorsteher gewählt; ein Amt, das er nach mehrmaliger Wiederwahl zwanzig jahre lang innehatte. In dieser zeit war er auch inige Jahre Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Bezirksverordnetenvorsteher. Seine politischen Schwerpunkte setzte er im Haushalts-, Jugend- und Schulausschuss. In Neukölln bemühte man sich immer um das Verständnis und das Verhältnis der Menschen und Völker zueinander. In die Amtszeit von Erwin Etzkorn fiel der Auf- und Ausbau der in der Jumelage (Städtepartnerschaft) freundschaftlich verbundenen in- und ausländischen Partnerstädte Neuköllns. Hervorzuheben sind seine Verdienste bei der Anknüpfung der Partnerschaft Neukölns mit Köln und Bat Yam in Israel.
Nach seinem Abschied von der Neuköllner Kommunalpolitik wurde Erwin Etzkorn der Titel eines "Berliner Stadtältesten" verliehen. Die Neuköllner SPD schätzt ihn als ausgleichenden und aufrechten Sozialdemokraten.

3/2002