Kurzbiographie

Geschichte: Personen A-K

Kurzbiographie von Lily Braun

*  02.07.1865 in Halberstadt
† 09.08.1916 in Berlin (nach DHM-Angaben: 3. Januar 1916)

Nachdem der Vater 1890 entlassen wurde, zieht sie nach Berlin, wo sie finanziell unabhängig lebt, obwohl sie keine Ausbildung, wie die meisten Frauen ihrer Zeit, erhalten hatte. In Berlin verfasst sie ihre literaturhistorischen Arbeiten. 1893 heiratete sie Georg von Gizycki. Er führt sie auch in den philanthropischsozialen Kreis der “Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur“. Sie gibt die Zeitung „ Ethische Kultur“ heraus. Am 02.03.1895 stirbt ihr Mann. Die wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Stellungen zu verbessern wird ihr Anliegen.

Mit Minna Cauer gibt sie für eine kurze Zeit die Zeitschrift „Die Frauenbewegung“ heraus und wird Vorstand des Vereins „Frauenwohl“, trennt sich dann und tritt der SPD bei. 1896 heiratet sie den sozialdemokratischen Politiker und Publizisten Heinrich Braun. Aus dieser Ehe bekam sie einen Sohn. Sie schrieb die Abhandlung „Frauenfrage und Sozialdemokratie“. Darauf folgten weitere Werke zur Frauenfrage.

Mit ihrem Mann gibt sie die Kulturzeitschrift „Die neue Gesellschaft“ heraus. Lily Braun fordert vergeblich die Zusammenarbeit der SPD mit der bürgerlichen Frauenbewegung. 1908 schrieb sie den Roman „Im Schatten der Titanen“. Von 1909-1911 schreibt sie die zweibändige Autobiographie "Memoiren einer Sozialistin".  1916 stirbt sie in Kleinmachnow. Ihr Sohn, der Lyriker Otto Braun, fällt im 1. Weltkrieg.