Borsky-Tausch, Karla

Geschichte: Personen A-K

Karla Borsky-Tausch

Karla Borsky-Tausch
 

geb. 30.4.1950, gest. 17.2.2013

Abgeordnete und Bezirksverordnete der SPD in Reinickendorf

 

Trauer um Karla Borsky-Tausch

Karla Borsky-Tausch ist am 17. 2. 2013 im Alter von 62 Jahren ihrer schweren Krankheit erlegen. Sie entstammte einem sozialdemokratischen Elternhaus. Dies hat sie zeitlebens in ihrem Denken und Handeln geprägt, in ihrer Arbeit, in der Freizeit, in ihrem Einsatz für die Sozialdemokratie.
Ihr Vater Herbert Borsky hatte sich während der Nazizeit der Widerstandgruppe „Neu Beginnen“ angeschlossen. Er überlebte Krieg und Gefangenschaft und wirkte nach dem Krieg in der Reinickendorfer Kommunalpolitik als Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung, später als ihr Vorsteher. In solch einem sozialdemokratischen Milieu wuchs Karla Borsky-Tausch auf, in Reinickendorf-Ost, wo soziale Probleme deutlicher zutage treten als in den Außenregionen Reinickendorfs.
Sie blieb dieser Wohngegend bis zu ihrem Lebensende verbunden, hier lebte sie mit ihrem Mann - ebenfalls Sozialdemokrat - und ihrem Sohn, hier hatte sie ihren Freundeskreis, hier war sie verwurzelt. Sie wurde Lehrerin und arbeitete in einer Weddinger Grundschule, ebenfalls einer sozial belasteten Region.
Es lag nahe, dass sie selbst auch Sozialdemokratin wurde, 1985 trat sie in die SPD ein. Mitgliedschaft in der SPD bedeutete für sie stets aktiven Einsatz: Als langjährige Vorsitzende der Abteilung Schönholz und als Mitglied des Geschäftsführenden Kreisvorstands, ganz besonders aber auch in der BVV Reinickendorf, der sie von 1992 bis 2001 sowie ab 2006 angehörte, sowie in den fünf Jahren im Abgeordnetenhaus von 2001 bis 2006. Schwerpunkt ihrer Arbeit waren immer die Bereiche Schule, Jugend und Soziales sowie Kultur.
Es zeichnete sie aus, dass sie sich für die Sozialdemokratie in die Pflicht nehmen ließ, sich jedoch stets ihre gedankliche Eigenständigkeit bewahrte. Auf Karla war Verlass. So wurde sie im Parlament hundepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, obwohl dies nicht ihr Herzensanliegen war. Aber wie alle ihre Ämter füllte sie auch dieses Amt mit Engagement und Sachkenntnis aus.
Herzenssache war ihr aber die Pflege der Partnerschaft zwischen dem Bezirk Reinickendorf und Kiriat Ata in Israel. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Israel 1978/79 ließ sie die Liebe zu diesem Land nicht mehr los, bis zum Schluss hielt sie enge Kontakte nach Israel.
Karla Borsky-Tausch litt an ihrer Erkrankung, sie hat jedoch bis zum Schluss die Arbeit in der BVV aktiv mit gestaltet. Wir werden an die Genossin, Freundin und Kollegin mit persönlicher Zuneigung und Achtung denken.
Gabi Thieme-Duske

 

(aus: Berliner Stimme 5/6-2013 vom 23. März)