Feier zum 85. Geburtstag

Geschichte: Personen A-K

Feier zum 85. Geburtstag

Klaus Bodin beim Empfang zu seinem 85. Geburtstag im SPD-Büro Spandau: Neben vielen anderen gratulierten Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper, der frühere Spandauer Bürgermeister Werner Salomon, der Kreisvorsitzende Swen Schulz, der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Schütz und der frühere Bürgermeister Sigurd Hauff.

Klaus Bodin beim Empfang zu seinem 85. Geburtstag im SPD-Büro Spandau: Neben vielen anderen gratulierten Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper, der frühere Spandauer Bürgermeister Werner Salomon, der Kreisvorsitzende Swen Schulz, der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Schütz und der frühere Bürgermeister Sigurd Hauff.

 

Klaus Bodin entstammt einer alten Spandauer Familie. Sein Urgroßvater war bereits unter Oberbürgermeister Koeltze unbesoldeter Stadtrat und Stadtältester von Spandau.Vater und Mutter - beide Lehrer - gehörten bereits Ende der 20er Jahre der Sozialdemokratischen Partei an.
Wie viele seines Jahrganges (1919) durchlebte er eine aufregende, zum Teil belastende Zeit. Er war 14 Jahre alt als die Nazis an die Macht kamen... Klaus Bodin besuchte das Spandauer Kant-Gymnasium und erinnert sich: „Bei der Tätigkeit meiner Eltern für politische Freunde, jüdische Bekannte, kirchliche Freunde störte es, dass in der Schule beim Fahnenappell zu Beginn und Ende der Ferien von einem Lehrer immer gesagt, ja gebrüllt wurde: „Wer ist von Euch noch nicht in der HJ. Man müsste Euch hineinprügeln!“ Dann jagte er uns in eine Ecke des Schulhofes. So kamen meine Eltern mit Befreundeten, einem Oberamtsanwalt, einem Amtsgerichtsrat, einem Siemens-Direktor und einem Rechtsanwalt, alle bürgerlich, aber Anti-Nazis, zusammen und berieten, was zu tun sei. Sie beschlossen, dass wir in die HJ eintreten sollten. So hatten wir in Zukunft Ruhe, und sie fühlten sich auch sicherer.“ Ja, so war das in jenen Zeiten!

Nach einem Abstecher in die Landwirtschaft orientierte sich Klaus Bodin in Richtung Medizinstudium, obwohl er zunächst kein Blut sehen konnte, und hatte das Glück, während des Wehrdienstes Medizin studieren zu können. Er konnte noch 1945, vor dem Eintreffen der Russen in Berlin, in Berlin sein Staatsexamen machen. Er war dann bis 1951 Facharzt für Innere Medizin im Krankenhaus Spandau und ging anschließend an das Ambulatorium der Versicherungsanstalt Berlin (VAB).
Klaus Bodin trat im Juli 1945 in die SPD ein, gemeinsam mit seiner ganzen Familie. 1950 wurde er Bürgerdeputierter und Arbeitsrichter, 1954 Bezirksverordneter und 1958 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Nach dem Tod von Bürgermeister Ernst Liesegang wurde er 1965 Bezirksbürgermeister von Spandau und wäre es sicher noch viele Jahre geblieben, wenn er sich nicht (Klaus Bodin: „Ganz gegen meinen Willen“) dem „Druck“ von Klaus Schütz und Kurt Neubauer gebeugt hätte und 1967 Senator der Riesenverwaltung Arbeit -Gesundheit - Soziales wurde.
Nach der Wahl 1971 wurde übrigens diese Mammutverwaltung aufgeteilt. „Zur Befriedung zweier Aspiranten“ (so Klaus Bodin), einer von links (Wolters) und einer von rechts (Liehr)! Von 1971 an absolvierte Klaus Bodin noch zwei Legislaturperioden im Abgeordnetenhaus von Berlin. 1979 zog er sich aus der aktiven Politik zurück und danach sehen wir ihn auch heute noch bei vielen Parteiveranstaltungen - und das ist gut so!
Fazit: Diesem aufrechten Spandauer Sozialdemokraten ist in seiner Lebensbahn eine gewisse politische Tragik nicht erspart geblieben! Im nächsten Jahr ist Klaus Bodin 60 Jahre Mitglied unserer Partei und er ist in seiner untadeligen Haltung Vorbild für uns alle! Herzlichen Dank, Klaus, auch im Namen aller Genossinnen und Genossen, für Dein Engagament!
Werner Salomon, Oktober 2004