MM un KW Sarrazin

Michael Müller und Klaus Wowereit für raschen Ausschluss von Sarrazin

Der Berliner SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller begrüßt das vom Parteivorstand beschlossene erneute Parteiordnungsverfahren gegen Thilo Sarrazin und rechnet mit einem Ausschluss. Das erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. 

Der SPD-Landesvorstand, der am 6. September tagt, werde dem von Präsidium und Parteivorstand der SPD angestrengten Verfahren voraussichtlich beitreten. Für die SPD ist nach Ansicht Müllers der Punkt überschritten, bis zu dem sie sich Äußerungen von Sarrazin gefallen lassen könne. Für die SPD ist Integration seit langem ein zentrales Politikfeld, die SPD hat viel für Integration in Berlin getan und die Integrationsprobleme, die es gibt, werden aktiv von der SPD begleitet und in Angriff genommen. Mit seinen Provokationen, seiner Wortwahl und seiner Haltung habe Sarrazin aber nach Ansicht von Michael Müller gezeigt, "dass er ganz offensichtlich in einer ganz anderen Gesellschaft lebt und leben will als wir". Die Konsequenz daraus ist für Müllers klar: "Er gehört nicht mehr zu uns."

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit  erklärt zum Parteiordnungsverfahren gegen Thilo Sarrazin:

"Die Entscheidung der Parteispitze zur Einleitung eines Parteiordnungsverfahrens war unausweichlich. Ich bedauere, dass diese Situation aufgrund des Verhaltens von Herrn Sarrazin so eingetreten ist. Das menschenverachtende Gesellschaftsbild und die diskriminierenden Pauschalurteile in seinen Thesen haben mit sozialdemokratischer Politik nichts zu tun. Nachdem er erklärt hat, dass er die SPD nicht freiwillig verlassen werde, war der jetzige Schritt notwendig."